Dienstag, 8. Juni 2010

Trostpflaster

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Joe klopfte energisch an die Türe. Und das "Herein" war noch nicht vollständig verklungen als er Nadja auch schon durch die Türe schob. Der Doc sprang auf. "Um Gottes Willen. Das sieht ja übel aus. Komm her, Nadja. Gleich ins Behandlungszimmer."

Er stützte sie ebenfalls und schnell wurde sie von den beiden Männern im Behandlungsraum auf die Untersuchungsliege gesetzt. "Den Kopf nach vorne. Das Blut muss auf jeden Fall rauslaufen.", erklärte er während er sich Untersuchungshandschuhe anzog und ihr einen Eisbeutel in den Nacken legte.

Joe setzte sich neben Nadja und hielt ihre Hand. Immer wieder schaute sie unglücklich zu ihm aber er lächelte und streichelte sanft über den Handrücken. "Ist gleich wieder gut.", versprach er. Der Doc tupfte derweil das gröbste Blut von der Nase und der Lippe ab. "Ich muss jetzt mal tasten.", kündigte er dann an. "Es war ein Schlag auf die Nase? Womit?" Er hatte ins Englische gewechselt und Joe nickte eifrig. "Die Flugzeugtüre beim herablassen."

"Aua.", kommentierte der Arzt und Nadja jaulte ein bisschen auf als er prüfend seine Finger auf den Nasenrücken legte. "Das würde ich lieber Röntgen. Die Blutung lässt ja schon nach. Ich würde nur gern wissen, ob etwas gebrochen ist und wir es richten müssen." Kritisch beäugte er die Nase um festzustellen ob sie vielleicht schief saß. "Es sieht eigentlich nicht so aus aber ich will da auch jetzt nicht wie ein Berserker drauf herumdrücken. Gehen wir zum Röntgen?", fragte er Nadja dann.

"Ok.", kam nur von Nadja und sie nickte leicht. Ihr war das alles unendlich peinlich. Sie wollte doch eigentlich nur mit Joe spazieren gehen. Mit ihm kuscheln und reden und zeigen wie toll sie Englisch gelernt hatte. Und nun begann dieser Besuch im Untersuchungszimmer und vielleicht hatte sie auch noch eine gebrochene Nase. "Kommt mit." Der Doc ging voraus über den Flur und in den Röntgenraum. Er startete die moderne Anlage und bugsierte Nadja auf den Tisch und unter das Strahlungsgerät und stützte den Kopf mit einem Kissen. Eine Bleischürze schützte den Rest ihres Körpers. "So, Sie kommen bitte mit raus.", bat er Joe dann.

Widerwillig ließ Joe von Nadja ab und gab ihr aber noch einen Kuss auf die Wange. "Bis gleich.", sagte er und ging mit dem Doc ins Nebenzimmer. Ein kurzes Summen und sie konnten schon wieder hinein. "Ich sehe mir das Bild mal kurz an." Der Arzt klickte an einem Computer und summte dabei. Joe half Nadja vom Röntgentisch herunter und sie schauten dem Arzt im Nebenraum über die Schulter. "Und?" Nadjas Stimme klang etwas bang. 'Richten' und 'gebrochen' hatte der Arzt gesagt. Beides klang wenig verlockend. Schon die zarten fühlenden Berührungen eben hatten empfindlich weh getan. Aber auf dem Bild konnte sie beim besten Willen nichts erkennen.

"Das ist nur eine Prellung. Der Knochen ist heil", erklärte der Doc. "Sonst würde man hier und hier die Frakturen sehen." Joe und Nadja sahen sich an und kicherten gleichzeitig. Sie konnten außer einem kleinen Schädelausschnitt nichts erkennen. Mit viel Phantasie war das ein Nasenknochen aber eigentlich waren es nur weiße Flecken auf schwarzem Grund. "Ich mache dir einen Verband drauf und eine schmerzstillende Salbe. Morgen sollte es wieder gut sein. Vielleicht wird es ein wenig blau. Aber wirklich passiert ist nichts."

Zurück im Untersuchungsraum legte der Arzt einen Verband mit einer Salbe an und fixierte ihn geschickt auf der Nase. Noch während er dabei war klopfte es an die Türe. "Herein.", sagte er fröhlich. Und eine junge Frau schob ihr Kind hinein. "Eine Platzwunde, Dr. Steiner.", verkündete die Frau bereits die Diagnose. Das Mädchen kämpfte tapfer gegen die Tränen. Ein prüfender Blick verriet, dass hier nicht unmittelbar mit dem Tod gekämpft wurde. "Ich bin sofort bei dir. Das geht ja heute wie am Fließband.", erklärte er fast ein wenig belustigt und klebte den letzten Pflasterstreifen fest. "So gut wie neu.", erklärte er und entließ Nadja und Joe nach draußen und besah sich behutsam die Wunde am Kopf des kleinen Mädchens.

Draußen nahm Nadja fest Joes Hand und stoppte ihn. Eng drückte sie sich an seinen Körper und schloss ihn dann fest in die Arme. "Schön, dass du da bist.", flüsterte sie. Er legte etwas irritiert auch seine Arme um ihren Körper und drückte sie ebenso. "Schön dich zu sehen.", erwiderte er und genoss den Augenblick.

Kommentare:

  1. Jetzt hat Nadja also eine dicke weiße Nase und dürfte heftig näseln :D

    Und spätestens Morgen ist die Nase dick, blauschwarz unterlaufen und hässlich, aber dann ist Joe ja wieder weg, also was solls.

    Fein, jetzt kann sie ihm zeigen, wie gut sie englisch näseln kann *lach*

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  2. hihi..Schwein gehabt, oller Tollpatsch :D

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