Dienstag, 20. Dezember 2011

Voll nicht auf ältere Typen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Aufgeregt wie ein Kind rannte James am nächsten Morgen in sein Arbeitszimmer an den PC. Doch das Ergebnis holte ihn schnell wieder zurück. Das Botnetzwerk funktionierte zwar reibungslos, doch scheinbar hatte er den die Rechenleistung der Rechner im Netz deutlich überschätzt. Und auch das Versenden der einzelnen Arbeitspakete schien noch einiges an Zeit in Anspruch zu nehmen. Er hatte mit acht Stunden gerechnet und nun waren schon zehn Stunden vorbei und die Fortschrittsanzeige gab an, dass erst 30% des Auftrags erledigt waren.

James fluchte lautlos und überließ die Arbeit wieder dem Computer. So hatte er sich das nicht gedacht. Aber ihm wurde gerade klar, welchen Fehler er bei der Berechnung gemacht hatte. All die Rechner, die sich in dem Botnetzwerk befanden erledigten ja nicht nur seine Aufgaben sondern eben auch noch das, was ihr eigentlicher Besitzer ihnen auftrug. Somit war es natürlich utopisch eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit anzusetzen, denn der Hauptteil ging ja für den eigentlichen Besitzer drauf.

Er beschloss noch die 24 Stunden abzuwarten. Wenn er dann kein Ergebnis hätte, müsste er sich eben ein größeres Netzwerk anmieten. Das ging zwar dann schon ganz schön ins Geld, aber das Ergebnis würde die Ausgabe schon rechtfertigen. Beim Frühstück könnte er ja außerdem mal seine Tochter befragen. Vielleicht wusste Ashley ja auch etwas über die beiden. Gemütlich wartete er bei seinem Kaffee darauf, dass sie auftauchen würde.

"Gu'n morgn.", nuschelte Ashley verschlafen und ließ sich in ihrem Schlafanzug auf den Küchenstuhl fallen. James musste grinsen und wartete aber noch, bis sie auf ihrem ersten Toast herumkaute. "Sagmal, Ashley, das Mädchen das gestern hier war, diese Nadja, ist das die, die bei diesem Millionär wohnt? Hattest du das nicht mal erzählt?" Ashley sah ihren Vater etwas unbeteiligt an. "Ja, wieso?" "Ach nur aus Neugier. Kann es vielleicht sein, dass dieser Millionär Jonathan Bernstein ist, mein Chef?"

Ashley fühlte sich etwas unwohl. Natürlich wusste sie haargenau, wer Joe war und auch dass er der Chef ihres Vaters war. Nur bislang hatte das keine Rolle gespielt und sie hatte es nicht erwähnen müssen. Wenn Nadja bei ihr gewesen war, war sie normalerweise vor dem Abendessen, und damit bevor ihr Vater auftauchte, wieder verschwunden. "Kann schon sein. Sie nennt ihn aber Joe.", wiegelte Ashley dann ab. "Und die wohnt allein bei dem Kerl in seinem Haus?", gab James sich etwas ungläubig. Routinierte Gedanken durchzuckten durchzuckten Ashley: 'Nicht zu hart dementieren!' "Ja die wohnt da. Hat voll das coole Zimmer. Das ist so groß wie unser Wohnzimmer. Und ins Wohnzimmer kann man unser Haus stellen."

James presste etwas die Lippen aufeinander. Das klang nun doch wieder nicht so vielversprechend. Vielleicht sollte er einfach ganz offen sein. "Glaubst du die haben etwas miteinander?" Ashley prustete ihren Kakao zurück in die Tasse. Der Schreck war echt, aber sie verwandelte ihn schnellstens in Gelächter. "Nadja und Joe? Wie kommst du denn darauf? Nadja steht voll nicht auf ältere Kerle. Die findet nichtmal unseren Musiklehrer heiss und der ist eine Million Jahre jünger als Joe. Und den Collegetypen von Jessica findet sie auch viel zu alt.", gab sie lachend von sich. "Okay.", gab ihr Vater nur gepresst von sich.

Kommentare:

  1. *lach* Gute Ashley, sie macht es genau richtig und nimmt James den Wind aus den Segeln. Hoffentlich ist er jetzt enttäuscht genug um sein Vorhaben abzublasen.

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  2. Brave Ashley. Damit hat sie bei mir wieder einen Stein im Brett.
    Aber wie ich James einschätze, wird er abwiegeln. Junge Mädchen haben ja keine Ahnung von den Abgründen, die sich auftun können. Und sicher belügt Nadja alle nur einfach gut genug. Bestimmt geben die Mails mehr Aufschluss und ihm damit Recht. Zumal er den Aufwand ja auch schon bezahlt hat. Da können die Rechner auch gefälligst ihre Arbeit tun.
    Du übrigens auch, James!

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