Donnerstag, 15. Dezember 2011

Du bekommst Hilfe

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Joes Hände krampften sich in die Sitzfläche des Sofas, als er Nadja erzählen hörte. Sie starrte stumm vor sich nach unten, den Blick scheinbar ins Unendliche gerichtet. Er könnte sich selbst ohrfeigen, dass er auch nur daran gedacht hatte, es könnte etwas damit zu tun haben, dass sie einen anderen hatte. Hier saß seine junge Verlobte vor ihm und litt einen Schmerz, den er ihr nicht nehmen konnte. Und alles, was er hatte anbringen können, war ungerechtfertigte Eifersucht gewesen.

"Ich hatte eigentlich gedacht, als der Prozess vorbei war, wäre es auch für mich vorbei.", erklärte Nadja schließlich nachdenklich und hob etwas den Blick. "Aber das war es nicht?", fragte Joe und sofort kam ihm die Frage überflüssig vor. Nadja sah ihm direkt in die Augen und schüttelte dann fast unmerklich den Kopf. "Nein. Es ist immer noch nicht vorbei.", flüsterte sie leise. Joe legte den Arm um ihren Körper und zog sie nun nah zu sich heran. Er machte es extra langsam, weil er unsicher war, ob sie jetzt angefasst werden wollte. Doch es kam kein Widerstand.

Ihre Körper berührten sich auf der ganzen Länge, so wie sie nebeneneinander auf dem Sofa saß und plötzlich erschlaffte Nadja und ließ erst den Kopf an seine Schulter sinken, dann sackte sie völlig an ihm zusammen. Er war etwas überrumpelt aber fing sie dann doch auf und hielt sie etwas hilflos in den Armen. Sie atmete langsam und ruhig und er strich ihr sanft über den Rücken. "Ich brauche Hilfe!", formulierte sie dann schließlich erstaunlich fest. Joe nickte nur, bis ihm klar war, dass sie das nicht sehen konnte. "Du bekommst Hilfe. Sag mir, was ich tun kann.", bat er dann.

Nadja atmete zweimal kräftig durch. Sie dachte an das, was Jurina erzählt hatte. Sollte sie wirklich zu einem Arzt gehen, nur weil sie mit ihren Gedanken und Träumen nicht klar kam? Das kam ihr so widersinnig vor. So richtig wollte sie einfach nicht akzeptieren, dass auch das was sie hatte, wirklich eine Krankheit war. Doch dann seufzte sie. "Jurina sagt, man geht mit soetwas zu einem Arzt.", flüsterte sie fast unhörbar. Joe strich ihr weiter über Kopf und Rücken und nickte wieder. "Wir suchen dir den besten Arzt, den es gibt.", versprach er.

Eine Weile verharrten sie so stumm auf dem Sofa. Nadja blieb einfach zusammengesagt, halb auf Joes Schoß, liegen und er saß aufrecht da und streichelte sie gedankenverloren. Er hatte keine Vorstellung, was dieses Gespräch für sie bedeutet haben mochte. Doch unzweifelhaft war es für sie unglaublich schwer gewesen. In Gedanken war er allerdings schon weiter. Wo bekam man einen guten Psychiater her? Ob er sich einen empfehlen lassen sollte? Aber wie würde das aussehen, wenn er jemand anderen nach einem guten Seelenklempner fragte?

Kommentare:

  1. Frag Felix oder Thorsten :)

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  2. Das ist jetzt nicht wahr??? Fa liegt sein Mädchen um Hilfe bittend auf seinem Schoß und er denkt darüber nach, wie ei.e Therapie Aussieht?!
    den wuerde ich gern mal durchschuetteln!
    Immerhin schaemt er sich wegen der Eifersucht. Ich finde, Nadja hat das Gespräch sehr gut gemeistert.
    LG Kay

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