Mittwoch, 21. Dezember 2011

Adventskalender 2011 - 21. Dezember

Dies ist ein Teil des Advendtskalenders 2011. Für die Übersicht der bisherigen Kapitel schaut doch bitte hier: Inhaltsverzeichnis

Hektisch rührte er immer wieder im Topf, und rannte dabei gleichzeitig kopflos durch den Kellerraum. Der Käfig war schon zerlegt und nur noch ein Haufen Stahlschrott, den er im Hof auslegen würde. Die Chemikalien hatte er versucht zu neutralisieren und soweit das möglich war im Klo heruntergespült. Mit dem Ballistikgel ging das natürlich nicht. Das würde binnen kürzester Zeit den Abfluss, oder sogar den ganzen Kanal, verstopfen.

Nervös betrachtete er den Haufen von totem Fleisch, der auf einer Plastikplane am Boden aufgeschichtet war. Die Stücke waren allesamt klein genug gemacht um sie in den Kessel zu werfen, aber es waren eben noch etwa zehn davon. Und für jedes einzelne wären sicherlich mindestens zwei komplette Kessel Säuresud nötig. Er schielte auf den Vorrat und war unsicher, ob das reichen würde. Mit mehr Zeit konnte er quasi beliebig viel von dem Zeug besorgen, aber es bedurfte einiger Vorbereitungen, dafür zu sorgen, dass man bei den Mengen nicht auffiel und vor allem anonym bleiben konnte.

Wie lang würde es wohl noch dauern, bis sie ihm auf die Schliche kamen? Würde er es schaffen alle Spuren vernichtet zu haben, wenn die Polizei auftauchte? Hektisch schrubbte er seinen Arbeitstisch mit Scheuerpulver, doch die Flecken, welche das Schweineblut hinterlassen hatte, waren viel zu hartnäckig. Tief waren die rote Suppe in das Holz eingedrungen. Er würde auch den Tisch entsorgen müssen. Wieder rührte er im Sud. Das Auflösen der Teile ging einfach nicht schnell genug, doch er wagte nicht, die Säure höher zu konzentrieren. Vielleicht würde das der Kessel nicht mehr aushalten und die Schweinerei wäre noch größer als vorher.


"Ich hab die Akte gefunden. Ist damals am Landgericht verhandelt worden in der Jugendstrafkammer.", erklärte Gerrit und ließ sich auf seinen Schreibtisch fallen. "Jens Peitschner hat seine Mutter im Schlaf mit nicht weniger als 17 Messerstichen hingerichtet. Sie hat sich noch ins Bad geschleppt, und ist dort auf dem Boden verendet. Der Junge hat selbst die Polizei gerufen." Martin schüttelte sich. "Das ist ja grausig. Wie alt war er?" "Naja, schon Strafmündig.", meinte Gerrit und suchte das Geburtsdatum in der Akte. "So 14 etwa.", erklärte er dann.

Martin lehnte sich zurück. "Ein vierzehnjähriger ersticht seine Mutter? Warum?" "Das ließ sich nicht mehr komplett rekonstruieren. Aber er hat im Prozess von Missbrauch der übelsten Sorte geredet. Hier, ließ selbst." Gerrit reichte die Akte hinüber und Martin blätterte durch. "Voll schuldfähig und er hat immerhin sechs Jahre gesessen. Das ist schon ganz schön ordentlich für einen 14-jährigen. Was machen wir jetzt damit. Der Kopf einer seit 20 Jahren toten Frau taucht im Park auf. Fühlen wir dem Kerl auf den Zahn?" Gerrit zuckte die Schultern. "Erst mal finden. Ist schwieriger als man meinen sollte. Das Entlassungspapier vom Gefängnis ist das letzte Lebenszeichen."

Kommentare:

  1. Fragt sich, wieso Dirk nicht missbraucht wurde, oder ob der es einfach hartnäckig verschwieg. Oder sogar mit seinem Bruder unter einer Decke steckt und nach außen hin nur vorgibt, keinen Kontakt mehr zu haben.
    Denn irgendwie muss man ja an die Leiche rangekommen sein. Wenn es einen Mordfall gab, dann wurde die Leiche obduziert. Daher also nur Kopf, Hände und Beine. Bei 17 Messerstichen dürfte der Oberkörper ziemlicher Matsch sein.

    Wenn Jens nun eine andere Identität angenommen hat? Oder: er hat seinen Bruder getötet und spielt nun dessen Leben? Hach Mann.. es ist so viel offen und so viel möglich. Und wahrscheinlich komme ich auf das Naheliegendste mal wieder nicht. *moser*

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  2. Vielleicht hat Dirk seinen Bruder auch getötet, als dieser aus der Haft entlassen wurde. Deshalb fehlt von Jens jede Spur. Bei der Routine die er da (Dirk?) an den Tag legt, ist das bestimmt nicht sein erster Mord. Bin mal gespannt, ob er jetzt langsam nervös wird und auch bei der Beseitigung Fehler macht. Ber der Platziering des Kopfes hat er ja auch schon Fehler gemacht.

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