Montag, 19. Dezember 2011

Abschied

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja verbrachte am Wochenende viel Zeit mit Jurina. Auch ihr gesunder Schlaf war schon teilweise wieder zurückgekehrt. Allerdings schärfte ihr Jurina ein, dass dies keineswegs schon ausreichen würde um den Besuch bei einem Psychiater ausfallen lassen zu können. Nadja nahm diese Predigten etwa stoisch hin. Es war ihr immer noch nicht wirklich wohl bei dem Gedanken wegen Problemen, die sich doch nur in ihrem Kopf abspielten einen Arzt aufsuchen zu müssen. Aber die Sache war beschlossen.

Für Sonntag hatte Jurina nun ihre Abreise angesetzt. Sie fand, dass sie lang genug in Seattle gewesen war. Scherzhaft betonte sie auch, sie hätte nun genug Unfrieden in Nadjas Leben gebracht, es sei Zeit zu gehen. Nadja hatte ein wenig gehofft, Jurina würde noch bis zu ihrem ersten Besuch beim Arzt bleiben, damit sie ihn sofort danach mit ihr besprechen konnte. Doch sie einigten sich darauf, diesmal den Kontakt per Mail und Telefon besser aufrecht zu erhalten, als es das letzte mal passiert war.

"Und wie fliegst du nun?", erkundigte Joe sich beim Sonntagsfrühstück. Jurina hatte noch vor dem Frühstück mit Felix, dem Verwalter von Arramoa, gesprochen und den Flug ausgemacht. "Um 12 Uhr geht mein American Airlines Flug nach San-Diego. Und von da geht es dann mit der Privatmaschine nach Arramoa. Zum Kaffee bin ich dort. Naja zum Abendessen.", grinste sie. Nadja erinnerte sich an ihren eigenen Trip, den Felix für sie organisiert hatte. Die Mädchen von der Insel wurden dabei schon gut verwöhnt.

Man flog grundsätzlich First-Class und wurde von Limousinen abgeholt und in noble Hotelzimmer gebracht. Und zum Schutz vor den ehemaligen Zuhältern oder auch vor der eigenen Dummheit, bekam man Bodyguards mit auf den Weg. Diese waren aber bei Jurina dieses mal wohl nicht mehr nötig gewesen. Etwas traurig schaute Nadja auf ihren Teller. Jurinas Besuch war keineswegs so toll verlaufen, wie sie sich das zu Anfang ausgemalt hatte. Tatsächlich war die Bilanz sogar eher vernichtend.

Nadjas Auto war nur noch ein Haufen Schrott, ihre Beziehung zu Mary hatte eine völlig neue Komponente bekommen dadurch, dass sie nun die Wahrheit über die Vergangenheit in Deutschland wusste und die Erinnerungen an diese Zeit hatten Nadja in einen Zustand versetzt der ärztliche Hilfe notwendig machte. Auch Jurina passte das keineswegs. Sie hatte sich das eigentlich völlig anders vorgestellt. Aber so verabredeten sie, dass Jurina das nächste Mal in den Ferien vorbeikommen würde, wenn Nadja auch mehr Zeit für sie hätte und nicht Tagsüber in der Schule war. Vielleicht könnten sie ja auch gemeinsam irgendwo hinfahren.

Dann war es Zeit los zu fahren. Joe verabschiedete sich zu Hause von Jurina und Nadja fuhr sie in ihrem kleinen Ersatzwagen zum Flughafen. "Es war schön, dass du da warst.", verabschiedete Nadja sich mit feuchten Augen. "Obwohl ich so viel Unsinn angestellt habe?", grinste Jurina etwas gekünstelt und gab ihrer Freundin einen Knuff in die Seite. Aber auch sie hatte längst Tränen in den Augenwinkeln. "Verrücktes Huhn.", presste Nadja nur hervor und sie umarmten sich eine ganze Weile. Dann war es soweit und Jurina zog ihren Koffer hinter sich her ins Terminal. Die Babyschale hielt sie in der anderen Hand. Sie drehte sich noch einmal kurz um und nickte Nadja zu. Diese winkte heftig zurück. Dann schlossen sich die gläsernen Schiebetüren.

Kommentare:

  1. Auf jeden Fall trägt keine der anderen etwas nach. Das ist doch schon mal prima. Und die Idee, den Mailkontakt enger zu halten, finde ich zwar gut, aber ich fürchte, dass auch dieses Mal dieses Vorhaben wieder einschlafen wird.

    Aber gut, dass Jurina nun auch wieder abgereist ist. Ob nadja will oder nicht, für sie wird es deutlich besser sein, ihren normalen Alltag zu leben während der Therapie und nicht noch Besuch zu haben. Sie wird mit Marie noch genug zu tun haben :)

    AntwortenLöschen
  2. bei dem nass kalten wetter was wir gerade haben hätte ich auch voll lust auf arramoa :)

    AntwortenLöschen
  3. ich würd gleich mal fragen, an Jurinas Stelle, ob Nadja nicht selbst mal wieder zu ihr auf die Insel mag - in den Ferien. (viel zu heiß zum schlafen, daher wird die Nacht durchgelesen) C.H.

    AntwortenLöschen

Bitte beim Kommentieren höflich bleiben. Es gibt hier die Möglichkeit Anonym zu kommentieren, aber denke bitte kurz nach ob du das wirklich möchtest. Unterzeichne deinen Kommentar doch mit einem Pseudonym oder deinen Initialen, dass man weiß, welche Kommentare alle von dir sind. Oder noch besser, du nutzt nicht die Auswahl "Anonym" sondern "Name/URL" und lässt das Feld für die URL einfach frei. Dann wird dein Kommentar mit deinem selbst gewählten Namen angezeigt.

Vielen Dank.