Samstag, 10. Dezember 2011

Du hattest recht

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Joe hatte eigentlich früher nach Hause gewollt um endlich bei Nadja sein zu können. Doch, dass er gestern schon den halben Nachmittag versäumt hatte, rächte sich nun und er kam keineswegs früh weg. Der Nachmittag, angefüllt mit Arbeit, rauschte nur so vorbei und fast sah es so aus, als könne er nicht einmal, wie gewöhnlich um viertel vor sieben das Büro verlassen, um das Abendessen zu Hause pünktlich zu erreichen.

Schließlich blieben nur noch ein kleiner Stapel und zwei Mails übrig, welche noch auf seine Entscheidung warteten. Doch es war keine Terminsache mehr dabei, welche am nächsten Morgen raus sein musste. Also würde er die Mails zu Hause bearbeiten und die beiden wichtigsten Akten steckte er in seine Tasche. Dann huschte er mit eiligem Gruß an Brenda vorbei und aus dem Gebäude raus. Er hoffte inständig, dass ihn jetzt niemand mehr ansprechen würde.

Er hatte auch Glück und saß endlich in der Limousine. Er zückte noch schnell das Handy und deaktivierte zwei seiner drei Rufnummern. Jetzt war er nur noch auf der Notfallnummer zu erreichen. Doch diese war nur einer Hand voll Leuten bekannt. Grant, sein Anwalt, besaß sie natürlich. Außerdem noch Thorsten Stahl und einige weniger, sehr sorgfältig ausgewählte Leute aus seinem geschäftlichen Umfeld. Und natürlich hatten auch Nadja und Geoffrey diese Nummer. Aber niemand von all diesen Leuten würde es wagen ihn dort wegen einer Nichtigkeit anzurufen. Diese Nummer war reserviert für Ereignisse, die es mit dem jüngsten Tag aufnehmen konnten.


Nadja lauschte Jurinas Erzählungen. Sie hatte nach dem Prozess in Deutschland eine Phase der Depression hinter sich gebracht und sie mit Medikamenten sehr erfolgreich behandeln lassen. Außerdem war sie einmal in der Woche beim Arzt gewesen um mit ihm zu sprechen. Völlig perplex starrte Nadja ihre Freundin an. "Und dann ging es dir wieder besser?", fragte sie kopfschüttelnd. Jurina nickte bestätigend. "Wie verwandelt. Und schließlich kann man dann auch auf die Tabletten wieder verzichten. Aber wenn man sich in soetwas hinein verkriecht, dann wird es nur immer schlimmer."

Auch für Jurina war das Gespräch sehr angenehm. Vieles von dem, was sie nun erzählte, hatte sie gestern Abend schon erzählen wollen. Doch es war zum Eklat gekommen, bevor sie soweit gekommen war. Nun fühlte es sich gut an, Nadja ein paar Tips geben zu können, wie sie mit so einer Situation umgehen könnte. Nachdem Jurina ersteinmal nichts mehr zu sagen hatte, starrte Nadja in die Luft und kraulte etwas gedankenverloren den Rücken der kleinen Julija, welche immer noch auf ihrer Brust ruhte. "Du hattest recht." "Natürlich hab ich recht!", kam es von Jurina spitz zurück. "Nein, ich meine sie wird wirklich schwer!"

Kommentare:

  1. Jetzt ist der Weg endlich frei für eine Therapie. Mich wundert etwas, dass Jurina das nicht schon früher erzählt hat, beispielsweise per Mail. Ich dachte irgendwie, dass die beiden im Mailkontakt stehen.
    Aber nun weiß Nadja es ja und es ist bekanntlich nie zu spät. Vielleicht ist Nadja nun auch etwas entspannter und kann das Gespräch mit Joe angehen, der sicher nervös und unruhig ist.

    Nun ists der Tag also vorbei und wir wissen nicht, was James nun vorhat. Und das will ich irgendwie auch wissen. Aber wag dich nicht, nun ein James-Kapitel dazwischen zu schieben, Herr Autor! *drohguck*

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  2. Ich weiß nicht, wohin meine beiden Kommentare von heute morgen verschwunden sind. Aber falls sie wieder auftauchen, lösch sie bitte einfach, JN.
    Also noch mal: (*knurrwiesau* das war ein langer Kommentar!!)

    Für Nadja ist hoffentlich endlich der Weg frei, eine Therapie zu beginnen. Jurina hat sie hinter sich und wirkt wesentlich entspannter als Nadja. Ok, das Kind hilft ihr natürlich auch, an ganz andere Dinge zu denken als an ihre Vergangenheit.
    Mich wundert nur ein wenig, dass Nadja das nicht über Mail von Jurina erfahren hatte, denn irgendwie war ich sicher, dass die zwei sich hin und wieder mailen. Aber Jurina hat dieses Thema dann wohl doch ausgelassen.

    Und hoffentlich ist Nadja nun entspannt genug, sich ruhig und vernünftig mit Joe zu unterhalten. Er hat es verdient, auch wenn er einen Fehler gemacht hat. Der Ursprung dieses Fehlers ist allzu menschlich und nachvollziehbar

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