Montag, 12. Dezember 2011

Barrys Account

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Barry hatte ganze Arbeit geleistet mit seinem Geheimaccount. Auch die Adminstratoren in einem so großen Netzwerk wie dem von NetCorp hatten natürlich zumeist nicht auf alle Bereiche des Systems Zugriff. Aber dieses Konto hatte er mit allem ausgestattet, was es an Berechtigungen gab. James konnte sich vollkommen ungehindert im Netz bewegen und bekam Einblicke in jeden Bereich den er anpackte. Besonders hatte er es auf den Mailserver abgesehen, weil er hoffte dort vielleicht die ein und andere intime Botschaft zu finden.

Zwar hatte er nicht wirklich die Vermutung, sein Chef wäre ein Mann zärtlicher Worte, aber die Hoffnung starb zuletzt. Damit hätte er jedenfalls die unzweifelhafte Bestätigung, dass Jonathan Bernstein ein Verhältnis mit einer HighSchool-Schülerin hatte. Was er mit der Information dann machen würde, wusste er noch nicht so genau. Aber für eine Gehaltserhöhung würde das mit Sicherheit reichen. Er gehörte nicht zu den eifrigsten in dieser Firma. Bevor Joe das Ruder in die Hand genommen hatte, konnte man sich mit einigem Geschick vor der meisten Arbeit drücken.

Doch neue Besen kehren gut und der Wechsel des CEO und die Übernahme durch den Konzern von Thorsten Stahl hatten die Verhältnisse bei NetCorp gründlich durcheinander gewirbelt. Aus der dümpelnden Softwareschmiede war inzwischen eine Produktionsmaschine mit vollen Auftragsbüchern geworden. Den Meisten war das durchaus recht, denn neben Gehaltskürzungn waren eklatante Gewinnanteile an der Firma Teil der Übernahmevereinbarung gewesen. Und eben jene Anteile sicherten inzwischen ein erheblich verbessertes Auskommen für die meisten.

James jedenfalls hatte es bei der Übernahme nur mit Glück geschafft nicht auf der Liste der Entlassungskandidaten zu landen. Aber das gestraffte Arbeitsklima und die angezogenen Produktivitäten jedes Einzelnen passten ihm gar nicht. Er sehnte sich zurück zu der Zeit, als sein Vorgesetzter keine Fragen stellte, wenn er behauptete für ein Projekt eben drei Wochen zu brauchen, auch wenn er vermutlich in einer Woche fertig werden könnte, wenn nicht eher in drei Tagen. Aber vielleicht gab es ja ein paar Hinweise auf diesem Mailserver, die ihm genau so ein Leben wieder sichern konnten?

Fluchend betrachtete er die Liste der Mails. Tatsächlich hatte er Zugriff auf den Inhalt von Jonathan Bernsteins Mailbox. Allerdings war das so gut wie nutzlos. Sämtliche Mails von interessantem Inhalt waren verschlüsselt. Und auch wenn Barry dafür gesorgt hatte, dass er auf alles Mögliche Zugriff hatte, konnte er eben nicht das Passwort für die Verschlüsselung umgehen. Das befand sich eben nur in Jonathan Bernsteins Kopf. Dennoch zückte James einen USB-Stick und überspielte seine gesammelten Dokumente auf das mobile Gerät. Das ließ er dann in seiner Tasche verschwinden und machte sich wieder auf den Weg zu seinem Arbeitsplatz.

Kommentare:

  1. Schon erschreckend, was manche aus Frust für Blödsinn machen. Und wenn er unerkannt Talente hat, die et dummerweise nicht in der Arbeit einsetzt, dann koennte Joe noch ein Problem bekommen. Natürlich vorausgesetzt, dass er Nadja zaertliche Mails geschrieben hat. Und die beiden telefonieren doch eher miteinander. Also bleibe ich mal ruhig und warte ab, welchen Karnickel du aus dem Hut zauberst , JN ;)

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  2. Naja, dass der Tuppes nicht merkt, dass Nadja fast 18 ist und das kein Skandal mehr wäre, ist schon fragwürdig, aber es gibt eben überall Idioten. Und wahrscheinlich wird Grant ihn im Auge behalten und alles wird wieder gut wie immer...

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