Dienstag, 20. Dezember 2011

Adventskalender 2011 - 20. Dezember

Dies ist ein Teil des Advendtskalenders 2011. Für die Übersicht der bisherigen Kapitel schaut doch bitte hier: Inhaltsverzeichnis

Dirk stellte Kaffeetassen auf den Tisch und dazu Milch und Zucker. Schnell verteilte er noch Löffel, dann verschwand er wieder in der Küche und kam mit einer frischen Kanne Kaffee zurück. "Bittesehr.", kommentierte er sein Eingießen, weil es gar so still geworden war. Die Polizisten bedankten sich und tranken den ersten Schluck des heißen Gebräus. "Was kann ich denn für Sie tun?", wollte Dirk dann endlich wissen. Martin und Gerrit hatten darauf gewartete, dass er das fragte. Das schürte die Bereitschaft auch zu antworten.

Mit stummen Blicken verständigten sie sich darauf, dass Martin erstmal die Fragen stellen würde. "Nun, wir hoffen, dass Sie uns in einem Fall weiterhelfen können, den wir derzeit bearbeiten.", hielt er sich allgemein, "Darf ich fragen, wer das auf diesem Foto dort ist?", erkundigte er sich erstmal höflich. Dabei deutete er auf die Fotografie der jungen Frau. Dirk schien davon etwas überrascht aber er schaute liebevoll auf das Bild. "Das ist meine Mutter.", gab er mit einem verklärten Lächeln von sich.

"Lassen Sie mich genau da anknüpfen. Ihre Mutter ist tot, entnehme ich dem schwarzen Streifen?" "Ja, schon seit Jahren. Aber was hat das mit ihrem Fall zu tun?" Dirk wurde etwas unwirsch. Das spürte Martin genau. Jetzt war es an der Zeit konkret zu werden. "Nun, wir haben derzeit leider einen Mordfall zu bearbeiten. Und das Opfer sieht ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich!", rückte er nun heraus mit der Sprache. Dirk sah die beiden Polizisten vollkommen entgeistert an. "Nun, aber meine Mutter starb vor ziemlich genau 20 Jahren.", erklärte er trocken.

"Das tut mir leid.", sagten Martin und Gerrit gleichzeitig. "Darf ich fragen, wie sie gestorben ist?", erkundigte Martin sich sofort. "Mein Bruder hat sie getötet! Mit einem Messer im Schlaf erstochen.", kam es eiskalt von Dirk zurück. Seine Emotionen schienen vollkommen eingefroren zu sein. Martin lief ein Schauer den Rücken hinunter. Sie hatten da offensichtlich einen fiesen Punkt erreicht. Die nächste Frage ließ einen Augenblick zu lange auf sich warten und so funkelte Dirk die Polizisten an: "Ich will hoffen, sie sind nicht gekommen um mich über den Tod meiner Mutter auszufragen."

"Nein natürlich nicht.", eiferte Gerrit nun, "Wir hatten die Hoffnung, sie könnten einen Blick auf das Foto des Opfers werfen um uns vielleicht zu sagen, ob eine nahe Verwandte in Frage kommt. Vielleicht haben Sie eine Schwester?" Dirk zuckte die Schultern. "Ich habe keine Schwester und zu meinem Bruder, aus nachvollziehbaren Gründen, keinen Kontakt mehr. Aber ich kann mir das Bild meinetwegen ansehen." Gerrit nickte Martin zu und der zog die vergrößerte Aufnahme des Schädels aus der Mappe und legte sie auf den Tisch. Vom Hals abwärts war das Bild verpixelt. So konnte man nicht erkennen, dass es sich nur um einen abgetrennten Kopf handelte.

Dirk nahm das Foto in die Hand und sah es ziemlich unbeteiligt an. "Eine Änlichkeit ist nicht zu leugnen. Aber ich kenne diese Person nicht.", gab er dann kurzerhand von sich und legte es wieder hin. "Vielen Dank.", meinte Martin und steckte das Foto wieder ein. Die Polizisten tranken ihren Kaffee aus und ließen sich hinausbegleiten. Der Rest des Gespräches waren belanglose Höflichkeitsfloskeln. Wieder im Wagen seufzte Martin theatralisch. "Das war ja wohl mal ein Griff ins Klo." "Ich weiss nicht.", meinte Gerrit kopfschüttelnd.

Kommentare:

  1. Entweder lügt Dirk oder er hat tasächlich einen Bruder. Das gilt es zu klären und die Polizei hat ja die entsprechenden Möglichkeiten. Aber es fällt mir schwer zu glauben, dass die Mutter den einen Sohn missbraucht und den anderen nicht. Aber WENN es den Bruder gibt, sollte man dem auch auf den Zahn fühlen. Und ich gehe schwer davon aus, dass die Polizisten einen Mordfall einer Frau Peitscher untersuchen werden. Der müsste ja aktenkundig sein.

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  2. So, so der Bruder hat die Mutter also um die Ecke gebracht. Bleibt die Frage wer die Vorlage ist. Vielleicht hat Dirk ja einfach nur jemanden genommen, der zufällig eine unheimliche Ähnlichkeit mit Mama hat. Aber das größte Fragezeichen ist ja, warum der Täter den ganzen Aufwand macht.
    Es bleibt spannend und ich warte gespannt auf den 24. Dezember :-)

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