Dienstag, 15. Juli 2014

Würdeloser Anzug

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Wir haben uns lange genug darum gedrückt.", sagte Nadja resolut und schaute zu Joe, der im Sessel saß und das Baby liebevoll hin und her wiegte. "Ich bin zu müde, um mir das jetzt zu überlegen.", erklärte Joe fest. Nadja nickte. "Aber nächste Woche machen wir das fest. Es kann doch nicht sein, dass wir sie die ganze Zeit nur 'die Kleine' nennen." Joe brummte zustimmend und stand auf und legte Nadja die Kleine wieder auf die Brust.

"Ich gehe jetzt schlafen und komme morgen mit Vorschlägen. Du kannst dir ja auch schon was überlegen, und dann sehen wir was dabei rauskommt.", schlug er vor. Nadja nickte und reckte den Kopf um noch einen Kuss zu bekommen. Joe hauchte erst sacht einen auf die Wange, dann küsste er sie intensiv auf den Mund. "Ich bin so stolz auf dich!", raunte er und sah ihr tief in die Augen. "Du hast viel geholfen!", sagte sie sanft und strich über seine unrasierte Wange. "Lieb, dass du das sagst. Aber ich weiß, dass es nicht stimmt.", kicherte er. "Mit dir war es schöner!", lächelte Nadja versöhnlich.

Sie verabschiedeten sich und Joe ließ sich das erste Mal seit dem vergangenen Morgen nach Hause bringen. Geoffrey und Maricruz erwarteten ihn vor der Tür. Natürlich hatte Nadja sie informiert und auch Joe hatte kurz angerufen um das freudige Ereignis durchzugeben und natürlich zu sagen, dass Nadja für ein paar Tage nicht nach Hause kommen würde. Als er aus dem Wagen stieg, hatte besonders Maricruz Mühe sich zu beherrschen und ihrem Arbeitgeber nicht um den Hals zu fallen.

"Willkommen daheim, Sir und die besten Wünsche von uns!", sagte Geoffrey und überreichte Joe einen kleinen Präsentkorb, der mit allerlei Babysachen gefüllt war. Joe starrte seine Belegschaft gerührt an. "Das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen.", sagte er perplex. "Es war uns ein Bedürfnis, Sir. Wir freuen uns so sehr für Sie und Miss Nadja." Joe nahm etwas aufgelöst den kleinen Korb in Empfang. Ein rosa Strampler war darin, nebst ein paar Schnullern und ein paar anderen Kleinigkeiten. Sicher nichts wertvolles, aber eine wundervolle Geste. Er kämpfte etwas mit seiner Beherrschung.

Geoffrey streckte ihm die Hand hin. "Herzlichen Glückwunsch, Sir!", sagte er fest und Joe ergriff die Hand. Maricruz konnte im Anschluss doch nicht mehr an sich halten und drückte Joe einfach an sich, war er überrascht aber herzlich erwiderte. "Alles alles Gute, für das junge Glück!", sagte sie und fügte noch ein paar Glückwunschformeln auf Spanisch dazu, die Joe höchstens zur Hälfte verstand. "Gracias.", sagte er freundlich.

So abgerissen hatten die beiden ihren Chef noch nie gesehen. Joe war unrasiert. Zwar hatte er im Büro stets ein paar frische Anzüge, von denen er jetzt einen trug, doch an einem Samstag, wo keine Gefahr bestand im Büro nennenswert jemandem zu begegnen hatte er das Rasieren ausfallen lassen. Und auch der frische Anzug wurde durch eine nachlässig geknoteten Krawatte, einen geöffneten Hemdknopf und das Sakko über der Schulter arg in seiner Würde beschädigt. Joe stapfte schließlich ins Haus. "Etwas zu Essen, Sir? Ein Getränk?", bot Geoffrey an, während er sich um Joes Habseligkeiten kümmerte. "Einen kleinen Snack und ein frisch gemachtes Bett!", sagte er fertig. "Sofort!", lächelte Maricruz und wuselte in die Küche.

Kommentare:

  1. Wie, die haben noch keinen Namen? In Deutschland muss man ja sofort das Kind anmelden, meist machen die das schon im Krankenhaus fertig. Zumindest ist es hier im Norden so. In Amiland scheint mal wieder alles anders zu sein. Und wenn Nadja nach Hause kommt, wird Maricruz wohl dann doch in Tränen ausbrechen. Würde ich fast drauf wetten!

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    1. Tatsächlich habe ich nicht recherchiert, wie lange man in Amiland warten darf. Aber in Deutschland hat man 14 Tage Zeit das Kind anzumelden. :)

      LG
      J.N.

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