Mittwoch, 23. Juli 2014

Nach Hause

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Der Arzt seufzte. Nadja hatte die Untersuchung über sich ergehen lasen. Schon zu Beginn hatte sie keinen Zweifel daran gelassen, was sie sich als Ergebnis dafür vorstellte. Langsam mischte sich ein verschmitztes Lächeln in das Gesicht der Arztes. Er warf einen Seitenblick zu Madison, die auch mit im Raum war. "Wenn die Hebamme keine Einwände hat, soll es mir recht sein.", meinte er mit leichtem Schulterzucken.

Nadja schaute Madison eindringlich an. "Ach Süße...", grinste Madison breit und strich Nadja über die Haare. "Bitte. Es geht mir wirklich gut!", bekräftigte Nadja. "Junge Mütter, hm?", grinste der Arzt und nickte der Hebamme zu, deren Gesichtsausdruck er schon richtig gedeutet hatte. "Beim zweiten Kind fragen sie dann, ob sie nicht noch eine Woche länger bleiben können, es würde ja hier und da noch zwicken.", kicherte Madison. Nadja runzelte die Stirn. Der Arzt verabschiedete sich und versprach die Papiere fertig zu machen.

"Warum sollte ich beim zweiten Kind hierbleiben wollen?", fragte Nadja etwas unwirsch. Madison lachte nur und besah sich Ayleen noch einmal gründlich und wiederholte auch ihren Namen noch mal vor sich hin. "Weil dann zu Hause ein quengelndes und mobiles Kind herumspringt, dass deine ganze Aufmerksamkeit fordert und du froh sein wirst, mal zwei Wochen Auszeit zu haben und dich nur um dein neues Würmchen kümmern zu können.", sagte sie fest. "Kann ich mir nicht vorstellen.", sagte Nadja etwas patzig. "Ach wart's nur ab. Ich wünsch dir, dass du mit allem so gut zu Rande kommst, wie mit der Geburt. Aber Erfahrungsgemäß wird dir das Leben schon noch den ein und anderen Stolperstein in den Weg legen."

Nadja sagte nichts mehr. Vor der Erfahrung der Hebamme musste sie kapitulieren. Aber ihr Gefühl ging einfach noch kein Stück in diese Richtung. Sie war der festen Überzeugung das alles hinzubekommen. Fast machte die Hebamme ihr etwas Angst. Doch für heute hieß es erstmal, nach Hause zu kommen. "Und wann kann ich mit der Kleinen raus? Spazieren und so?", fragte sie Madison, während sie auf den Arzt und die Papiere warteten.

Die Hebamme legte den Kopf etwas schief. "Wie meinst du das? Was sollte dagegen sprechen?" "Also sofort?", erkundigte sich Nadja genauer. "Vor 10.000 Jahren wurden Babys im freien Geboren. Noch vor 500 Jahren waren die Häuser der Armen kaum besser als ein Viehstall. Babys haben keine Frischluftallergie. Du musst dafür sorgen, dass sie warm genug angezogen ist. Und da ist zuviel besser als zu wenig. Du wirst merken, wenn sie rot wird oder schwitzt und quengelt. Dann kannst du immer noch wieder was weg nehmen. Frieren ist viel schlimmer für das Baby. Aber so lang sie warm genug angezogen und zugedeckt ist, kannst du mit ihr überall hin." Nadja strahlte sofort. In Gedanken sah sie sich in ein paar Wochen schon wieder halbtags im Büro sitzen und etwas arbeiten.

Kommentare:

  1. Sie ist aber wirklich ne spur zu patzig:)
    Ich glaube kaum dass sie in ein paar wochen schon wieder halbtags arbeiten kann. So ein kind braucht rund um die uhr aufmerksamkeit- auch nachts und ich glaube nicht dass wenn nadja nur 4 stunden geschlafen hat noch arbeiten gehen kann.
    LG Lars

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  2. Nach allem, was Nadja erlebt hat und verarbeiten musste, kann ich mir gut vorstellen, dass sie etwas dagegen hat, wenn andere über ihren Aufenthaltsort bestimmen wollen. Andererseits will hier jeder nur das Beste für sie.Und so schnell kommt auch niemand auf den Gedanken, dass Nadja in Verhältnissen lebt, die sich kaum einer zu erträumen wagt.

    Wenn man weder putzen noch einkaufen muss, keine Wäscheberge verarbeiten muss und nicht stundenlang in der Küche zu stehen hat, dann kann so ein Winzling schnell langweilig werden. Das Baby schläft, macht in die Windel und Mama schleppt das Essen mit sich herum. Dann also ab ins Büro Nadja. Nur selbstgemachte Erfahrungen sind lehrsam. Viel Spaß :-)

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