Mittwoch, 30. Mai 2012

Wärst du stolz auf mich?

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Joe bekam Gänsehaut und gleichzeitig fühlte er ein warmes Gefühl in sich aufsteigen. Auf dem College war schon der Gedanke an eine Schwangerschaft ein rotes Tuch für jeden und die meisten Mädchen schützten sich akribischst vor genau diesem Malheur, indem sie außer der Pille noch auf der Verwendung von Kondomen bestanden oder gar noch mehr Methoden der Verhütung kombinierten. Joe hatte bei Nadja zu Anfang nie einen Gedanken daran verschwendet, wie sie wohl mit dem Thema umging. Irgendwann hatte er einmal gefragt und sie hatte erwähnt, dass sie sich auf Arramoa eine Spirale hatte einsetzen lassen. Mehr Verhütung hatten sie nie betrieben.

Nun sprach Nadja davon, dass sie Kinder haben wollte und Joes Gedanken kreisten immer schneller. Schon ertappte er sich bei der Idee, dass sie, sollte sie jetzt schwanger werden, die High-School noch würde abschließen können, ohne dass es jemand bemerken würde. "Ich will auch Kinder.", war alles, was er hervor stammeln konnte. Wie konnte es sein, dass sie schon über dieses Thema sprachen? Sie waren noch nicht einmal verheiratet und schon schlichen sich die Pläne für eine Familienplanung ein.

Nadja seufzte und drängte sich eng an Joe. Das Thema Kinder hatte sie noch mit niemandem besprochen. Dabei blieb sie hin und her gerissen. Einerseits standen ihr, wie nie zu vor in ihrem Leben, alle Karrieremöglichkeiten offen. Dies war doch, was sie immer gewollt hatte? Als es noch darum ging, Boris zu heiraten, hätte sie bei ihrem Leben beteuert, niemals Kinder haben zu wollen und eher ein Leben als alte Jungfer zu führen, als mit diesem Kerl Kinder zu bekommen. Doch nun mit Joe hatte sich diese Einstellung komplett in Luft aufgelöst. Neben ihrem Wunsch, eine gute Ausbildung zu bekommen und mit einem guten Job ihren Beitrag für das Einkommen zu leisten, war da die Idee, einfach Mutter zu werden.

Ihre Mutter hatte es doch auch so gemacht. Und sie war immer eine gute Mutter gewesen. Aber vergab sie nicht alle Chancen, die sie hatte? War es nicht so, dass sie nun genau über das Leben nachdachte, was ihr Vater für sie vorgesehen hatte, und vor dem sie davongelaufen war? "Aber erstmal möchte ich schon noch aufs College.", lächelte sie nun sanft. Das brachte ihr jedenfalls Zeit ein. Und wenn sie es sich dort noch einmal anders überlegen würde, könnte sie immer noch abbrechen. "Wärst du auch stolz auf mich, wenn ich keine Ärztin werden würde?", fragte sie vorsichtig und sah Joe scheu an.

"Ich möchte dir da nicht reinreden.", meinte dieser nachdenklich. Dann strich er sich einmal am Kinn entlang. "Ich bin auf jeden Fall stolz auf dich, wenn du dich für etwas entscheidest, dass dich glücklich macht. Ich fände den Gedanken schrecklich, wenn du irgendetwas nur machst, weil du meinst, dass du es für jemand anderen tun musst." Nadja nickte. "Danke.", flüsterte sie. Dann drängte sie sich noch enger an ihn und rutschte langsam auf seinen Schoss. Sie hob den Kopf und suchte nach seinen Lippen. Jetzt wollte sie geküsst werden. Und sie bekam es.

Kommentare:

  1. Die Zwei sind schon süß :)
    Nadja braucht offensichtlich deutlich mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch durch Joe. Sie scheint noch nicht sicher zu sein, dass Joe wirklich stolz auf sie ist, egal was sie für einen beruf ausüben wird.
    Und Joe wird plötzlich mit der geballten Wucht der gemeinsamen Familienplanung konfrontiert. Dabei bringen die zwei die Reihenfolgen noch ein wenig durcheinander scheint mir.
    wie wäre es wohl damit, erst einmal zu heiraten, dann Nadjas Berufsleben zu planen und dann, wenn sie die zwanzig erreicht hat, gaaaanz langsam über Familie nachzudenken?

    Andererseits ist es goldig, dass da plötzlich zig Pläne miteinander kollidieren und es schwer zu sein scheint, alle unter einen Hut zu bringen. Es lässt sich wohl doch nicht alles mit Geld lösen :)

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  2. Joe macht es sich schon sehr einfach: "Ich möchte dir da nicht reinreden.", ist sicherlich keine gute Antwort. Das sollte eine gemeinsame Entscheidung der Beiden sein, ob sie KInder haben wollen oder nicht. Klar ist er grade überrascht und auch vielleicht etwas überfordert, aber er darf die Entscheidung nicht alleine auf Nadja abwälzen. Seine verdatterte Aussage "Ich will auch Kinder." reicht da nicht.
    Nadja stehen alle Wege offen, sie muss sich gut überlegen was sie wirklich will. Aber dieses mal läuft das Gespräch wirklich sehr viel besser, das wird schon :-)

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