Sonntag, 27. Mai 2012

Ich dich auch

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadjas Gesicht verhärtete sich merklich, als Joe das Wort College ausgesprochen hatte. Sie selbst erinnerte sich noch gut an den Streit, den das letzte Gespräch in diese Richtung ausgelöst hatte. Sie selbst hatte das Thema so weit wie möglich von sich weggeschoben. Die meisten in ihrer Schule waren längst dabei sich fleissig zu bewerben und für viele war die Frage derzeit absolut beherrschend. Nur Nadja wollte davon nichts hören. Bohrende Fraen beantwortete sie mit einem genervten: "Ich muss mir das noch überlegen."

Ihr war klar, dass die Zeit nach der Schule ihr Leben verändern würde. Und das passte ihr eigentlich gar nicht. Sie war zufrieden, wie es derzeit lief. Egal an welchen Abschnitt sie aus ihrem Leben davor dachte, nie war sie wirklich zufrieden gewesen. Und das war nun anders. Hier bei Joe fühlte sie sich unheimlich wohl. Und der Gedanke, dass dieses so geordnete Leben nun ein Ende zu finden drohte, war ihr unerträglich.

Natürlich war Neugier da. Die Vorstellung ein ganz normales Collegeleben führen zu können, in einem Wohnheim zu wohnen und sich endlich mal durch nichts mehr von anderen zu unterscheiden, war unheimlich verlockend. Doch die damit verbundene Vorstellung, Joe maximal an einigen Wchenenden oder in den Semesterferien und Feiertagen sehen zu können, machte das alles fast unerträgilch. Und egal wie oft sie schon wachgelegen hatte, weil ihr das Thema nicht aus dem Kopf ging, sie hatte das Dilemma nicht lösen können.


"Was willst du da reden?", herrschte sie Joe unbeabsichtigt böse an. Der zuckte etwas zusammen, als sie so barsch wurde. "Es ist wichtig, dass wir überlegen, wie es weitergehen wird für dich. Ich möchte wissen, was du willst.", fing er so sanft wie möglich an. Nadja presste die Lippen aufeinander und starrte nach unten. Einige Atemzüge lang war sie stumm. Dann hob sie den Kopf und sah ihn traurig an. "Ich weiss nicht, was ich will.", flüsterte sie.

"Möchtest du hören, wie ich darüber denke?", fragte Joe vorsichtig und legte den Arm um sie. Sie nickte unsicher. "Ich möchte, dass du eine gute Ausbildung bkommst, damit du ales machen kannst, was du möchtest und dich nicht irgendwann ärgern musst, dass du Chancen ausgelassen hast." Nadja entspannte sich etwas. Dann nickte sie kaum meklich. "Aber ich sage dir auch, dass ich den Gedanken, dass du woanders hingehst, um zu studieren, kaum ertragen kann. Ich liebe dich und du wirst mir so sehr fehlen.", setzte Joe vorsichtig nach. "Ich dich doch auch.", gab Nadja mit belegter Stimme zurück.

Kommentare:

  1. Kein Wunder, dass Nadja am Anfang etwas misstrauisch war. Sie hat das letzte Gespräch über das Thema noch gut im Gedächtnis und auch wie es ausgegangen ist. Aber diesmal ist Joe sehr verständnisvoll und sagt auch die richtigen Worten. Das er will, dass sie eine gute Ausbildung bekommt und sie hingehen kann wo sie will, aber dass er sie auch unheimlich vermissen würde. Ein guter Ausgangspunkt. Und Nadja hat sich ja auch in Ruhe schon ihre Gedanken gemacht und denkt ähnlich darüber. Die Beiden packen das und dieses mal wird das Gespräch bestimmt nicht im Streit enden :-)

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  2. Ich glaube auch, dass sie dieses Mal vernünftig miteinander reden können. Keiner will nochmal so einen Streit und darüber sprechen müssen sie auf jeden Fall endlich.

    Ich bin mal gespannt wie sie das Problem lösen werden. Dass sie es lösen, bezweifle ich nicht :)
    LG Kay

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