Samstag, 18. Februar 2012

Joe Privat: Der Altkleidercontainer

An dieser Stelle möchte ich mal eine kleine Anekdote aus meinem Leben erzählen und euch darüber aufklären, wie ein wirklich mieses Geschäft funktioniert.

Die Altkleidersammlung

Ich habe, ein paar Kilometer von meiner Wohnung entfernt, ein Baugrundstück. Noch hat es sich nicht ergeben, dass ich dort ein Haus hinstellen kann und so liegt der Fleck in gewisser Weise brach. Der Rasen ist zwar gemäht und es ist auch ein Zaun und eine Hecke drumherum. Aber eine kleine Stelle vorn am Bürgersteig sieht etwas wild aus. Dort wächst eine widerliche Bodenflechte zu deren Entfernung ich noch keinen Nerv hatte, zumal an dieser Stelle bei einem Hausbau sowieso die Baugrube enden würde, welche das Problem dann mit Großgerät löst. Dort bildet die Umrandung aus Zaun und Hecke eine kleine Ecke mit dem natürlichen Bewuchs und gibt diese etwa fünf bis zehn Quadratmeter frei. Was das alles mit der Altkleidersammlung zu tun hat? Klick auf Weiterlesen

Eines Tages riefen mich die Nachbarn an und sagten, dass auf dem kleinen brachen Fleck mit der Bodenflechte nun ein großer dicker Altkleidercontainer steht. Ob ich das wohl wüsste? Wusste ich nicht.

Der Container war mit Folien beklebt und wies sich aus, als Eigentum der Firma "J-Konzept Recycling" und warb mit dem Slogan "Dienst an Mensch und Umwelt". Ihr könnt ja mal versuchen diese Firma im Netz zu finden. Viel Glück. Ich würde wetten der einzige Hit bei Google für den Slogan und den Firmennamen wird dieser Artikel hier sein.
Eine Adresse war nicht angegeben und auch sonst hatte ich also wenig Möglichkeit des Eigentümers des Containers habhaft zu werden. Einzig eine Handynummer, auf der sich aber niemand meldete sondern, nach etlichem Klingeln, nur eine Stimme verkündete, dies sei die Mailbox von: "Container Service" und ich könne gern eine Nachricht hinterlassen.

Tatsächlich erhielt ich nach der dritten aufs Band gewulfften Ansage einen Rückruf. Wenig zerknirscht und eher forsch wurde ich gefragt, wo denn dieser Container stehen würde. Und alsdann versprochen, man werde ermitteln wie es dazu kam und mich dann natürlich anrufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Was soll ich sagen? Es gab keinen Anruf mehr seitdem. Nichts. Ich habe dort bestimmt noch fünf mal angerufen und Fristen gesetzt, Drohungen ausgesprochen und meinem Ärger über das hässliche Teil, welches unberechtigt einfach auf mein Grundstück gestellt wurde, Luft gemacht. Dennoch kein Rückruf oder sonstige Nachricht. Zwischenzeitlich hatte ich schon die wildesten Phantasien, das Ding bei IBuy einzustellen und es an einen Selbstabholer zu verscherbeln, oder es dem nächsten Schrotthändler anzubieten. Soweit ging meine Dreistigkeit dann allerdings doch nicht.

Der Container hat übrigens insgesamt fast zwei Wochen dort gestanden und wurde genauso still und leise abgeholt, wie er gebracht worden war. Was bleibt ist ein schales Gefühl, mich nicht durchgesetzt zu haben. Aber ich hoffe, dass die Strafanzeige wegen zweimaligen Hausfriedensbruchs daran etwas ändert. Die Staatsanwaltschaft sollte durchaus in der Lage sein, den Eigentümer zu ermitteln. Und auch wenn der Hausfriedensbruch vermutlich sang- und klanglos in einer Einstellung des Verfahrens gipfelt, so habe ich dann hoffentlich mal eine Adresse dieser "Geschäftsleute".

Warum mich das so aufregt? Falls noch nicht bekannt ist, wie das Geschäft um die Altkleider funktioniert empfehle ich euch die Reportage des NDR: Die Altkleider-Lüge. Kurzgesagt verdient diese Branche mit einer Ware Geld, welche sie von gutmeinenden Menschen umsonst erhält und ruiniert damit in Drittweltländern ganze Wirtschaftszweige. Auch ein Blick in die Wikipedia unter dem Stichwort Mitumba kann nicht schaden.

Und den dort genannten Aspekten kann ich noch einen Weiteren hinzufügen: Diese Container werden zu allermeist ohne Genehmigung und ohne Miete zu bezahlen aufgestellt. Sobald der Container auf meinem Grundstück stand bekam ich auf einmal einen Blick für diese Teile. Und egal wo in der Gegend ich herumgefahren bin. Altkleidercontainer stehen wild herum. Auf Parkplätzen von verlassenen Geschäften, auf kleinen Miniparzellen, zwischen bebauten Grundstücken, deren Eigentumsverhältnisse den Anwohnern vermutlich nicht klar sind und auch sonst auf jedem Fleckchen, dass irgendwie brach oder herrenlos aussieht.

Warum ich das schreibe: Damit ihr da hoffentlich nie wieder irgendetwas, außer Müll, hineinwerft! Wenn ihr Kleidung loswerden wollt, dann gebt sie an lokale Unternehmen wie Second-Hand-Läden oder Sozialkaufhäuser, welche die Kleidung im Land halten, Bedürftigen helfen und eben nicht woanders die Wirtschaft schwächen.

Liebe Grüße
Joe

Kommentare:

  1. Die Lüge mit den Altkleidersammlungen ist offenbar immer noch nicht allen bekannt. Gut, dass du das hier postest, JN.
    Es gibt reichlich Kinderheime und Läden für sozial schwache, wo man intakte Kleidung, die man nicht mehr haben will, abgeben kann. Mit etwas Anstand wäscht man die Sachen und legt sie zusammen. Mit ein ganz wenig Mühe sortiert man Müll von tragbarer Kleildung aus und denkt auch über die eigene Nasenspitze hinaus, indem man verhindert, dass in den armen Ländern irgendwo auf der Welt eine ganze Wirtschaft brach liegt.
    Ich muss aufhören, bevor ich mich in Rage schreibe über Dummheit, Ignoranz und Egoismus...

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  2. Hallo, ich habe hier 2 Stellungnahmen gefunden in der sich die ganze Sache aufklärt, lg tm

    www.altkleider.de

    www.bvse.de

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  3. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit diesem Artikel dermaßen schnell die Claquere der Altkleiderindustrie anziehe.

    Übrigens, 'tm', wenn du schon eine Stellungnahme verbreiten möchtest, dann tu es doch zum konkreten Fall und poste nicht einfach zwei nutzlose Links. Diese klären nämlich gar nichts auf, sondern sind lediglich Prestigeseiten einer skrupellosen und im verborgenen agierenden Branche.

    Liebe Grüße
    Joe

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  4. Ich gebe meine Altkleider aus Prinzip den Nachbarn meiner Großmutter, die nehmen die Kleidungsstücke dann mit nach Ungarn und verteilen sie dort an Mittellose Menschen. Ich finde es auch eine Sauerei, dass aus der Gutmütigkeit der Menschen ein Geschäft gemacht, deshalb verweigere ich generell die Abgabe an das DRK oder andere Stellen die Altkleider sammeln.

    Kleidung von meinem Sohn bringe ich immer in das Kinderheim hier um die Ecke, weil die Kinder dort echt arm dran sind und in jedem Alter. Dort gebe ich auch seine Spielsachen ab, mit denen er nicht mehr spielt eben weil ich lieber diese kleinen Kindern unterstütze und ihnen eine Freude machen, statt den "Altkleiderbetrieben" Geld in den Rachen zu werfen, welches sie aus dem Verkauf schlagen. Und ich stimme Kay voll und ganz zu, man sollte die Sachen natürlich nochmal waschen und zusammenlegen, und keinerlei Lumpen verschenken, auch wenn die Menschen nichts haben, so haben sie immer noch sowas wie Würde.

    Lg Jay

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  5. Auch bei uns steht ein Container seit dem 22.2.12, nachts, auf dem Feld,inzwischen schon voll, daneben mehrere Müllsäcke, die nachts von Tieren auseinander genommen werden!Wie komme ich an die Firma ran? Keine Adresse, keine Telefonnummer? Können Sie mir helfen?
    Lg Josefine

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  6. Ich habe deinen Kommentar mal zum Anlass genommen die Antwort in einen eigenen Artikel zu verpacken.

    Lies bitte hier:
    http://www.geschichtenblog.org/2012/02/joe-privat-der-altkleidercontainer-die.html

    Liebe Grüße
    Joe

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  7. Leider werden seriöse Unternehmen(ja die gibt es auch in dieser Branche) mit in den Dreck gezogen. Das J der besagten Fa steht für Jihad und die Gelder werden demnach auch dafür weiter gegeben. Merke: Seriöse Firmen sind jederzeit erreichbar und reagieren auf Anrufe.

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