Samstag, 4. Februar 2012

Bis morgen um neun

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

In der Kantine schien die Zeit für James überhaupt nicht vorbei zu gehen. Auch das Hochgefühl, dass er noch gehabt hatte als er dem kleinen Sachbearbeiter der Personalabteilung gegenüber saß, war verschwunden. Der Personalchef, Peter Breadshaw, war wenig zu beeindrucken gewesen. Und vor allem hatte er sich nicht darauf festnageln lassen, dass die Klausel weiterhin Gültigkeit hätte. Egal, wie sehr James auch gedrängt hatte, er hatte stumpf darauf verwiesen, dass er sich erst noch besprechen müsste.

Die Stunde, welche James verordnet worden war, tröpfelte ewig langsam dahin. Der erste Kaffee hatte kaum drei Minuten überdauert und James tippte nervös mit dem Fuß auf und ab. Er hasste diese Warterei. Am liebsten würde er dem Personalchef jetzt über die Schulter schauen und sich in seine Gespräche einmischen. Die Verbannung in die Kantine setzte ihm zu.

Endlich waren 50 Minuten der Stunde vergangen und James machte sich wieder auf den Weg. Auch wenn seine Kalkulation, der Weg würde ja noch fünf Minuten Zeit verschlingne, natürlich unsinn war. Es dauerte kaum zwei Minuten, bis er wieder vor dem Büro stand. Dennoch klopfte er energisch. "Herein!", kam es knapp von drinnen und James trat ein. Bradshaw hatte immer noch den Telefonhörer in der Hand, deutete aber an, James solle sich setzen. Es war nicht zu erraten, mit wem er worüber telefonierte, denn er nickte nur immer wieder und ließ ein bestätigendes: "Hmja", oder ähnliches dazu verlauten.

Wieder war James zum Warten verdammt und tippte mit den Fingern nervös auf seinem Oberschenkel. Endlich verabschiedete Bradshaw sich. "Ja, bis heute Abend, Schatz.", sagte er. Dann legte er auf. "Meine Frau. Sie entschuldigen.", wandte er sich an James. "Selbstverständlich.", kam es zurück. "Sie sucht neue Einrichtung für ein Bad aus. Alles muss man sich haarklein erzählen lassen und wenn man seine Meinung äußert, wird man niedergemacht, als hätte man vorgeschlagen das Klo an die Decke zu montieren. Es ist schon ein Kreuz mit den..." "Entschuldigen Sie, ich war hier um über einen Job für mich zu reden.", fiel James ihm ins Wort.


Bradshaw sah ihn etwas überrascht an. "Doch ja, natürlich. Ich habe also mit dem Justiziar der Verwaltung ihren Vertrag besprochen.", begann er nun vorzutragen. James verkrampfte sich auf dem Stuhl. "Und?", hechelte er aufgeregt. "Seine erste Einschätzung ist, dass uns die Klausel dazu verpflichtet sie einzustellen.", gab Bradshaw zu. "Das Problem ist nur: Als was? Wir haben keinerlei Verwendung für einen Mann ihrer Qualifikationen. Unsere IT-Abteilung its immer noch veräußert und wird von dort aus gepflegt und die Abteilung in der sie damals gearbeitet haben existiert nicht mehr."

James zuckte die Schultern. "Ich bin flexibel. Ich kann mich auch in etwas neues einarbeiten.", eiferte er schnell. Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Das Leben würde weitergehen. Ob er nun einen langweiligen Job bei NetCorp machte oder bei der Stadtverwaltung war gerade egal. Er war sicher, Bradshaw müsse den Stein gehört haben, der ihm vom Herzen gefallen war, als er zugegeben hatte, dass er verpflichtet war ihn einzustellen. "Ich werde sehen, was ich für Sie tun kann.", nickte der Personalchef ihm dann noch mal zu. "Seien sie Morgen um neun erst einmal hier. und füllen Sie bis dahin unseren Personalbogne aus. Es wird sich sicherlich einiges geändert haben." Er reichte eine Mappe über den Schreibtisch, welche James sofort an sich nahm. "Dann bis morgen um neunm.", nickte er seinem neuen Chef zu.

Kommentare:

  1. So ein Mist. Bleibt nur zu hoffen, dass er jetzt einen Job in der Aktenhaltung bekommt... oder als Pförtner. Irgendwas doofes halt.
    Aber er wird ja auch noch Ärger mit Ashley bekommen, hoffe ich. Und wenn sie nur Zweifel bei ihrer Mutter streut, denn James kann ja abwinken. Er hat ja einen Job.
    Klug war es ja nicht gerade, seinen Chef mitten im Geschwätz zu unterbrechen. Das ist nicht nur unhöflich, das ist einfach dumm. Und wenn es einen noch so sehr langweilt, wenn man ganz kleine Brötchen backt, sollte man sich auch das Gewäsch über die anstrengende Ehefrau anhören

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  2. Die Stadtverwaltung hat vielleicht ja auch einen Job bei der Müllabfuhr oder Kanalreinigung für James :-). James sagt ja selber, dass er flexibel ist. Es müßte ein Job sein, bei dem er viel arbeiten muss, ohne sich hinter irgendwen verstecken zukönnen, wo er die unterste Stufe der Leiter ist. Irgendwas saublödes und langweiliges.
    Und es war echt unklug von James seinen neuen Chef nicht ausreden zulassen. Wenn es ein böser Chef ist, lässt er James villeicht ja auch seiner Frau beim Bad renovieren helfen :-P.

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