Dienstag, 9. Februar 2010

Der Garten

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Erschrocken drehte Nadja sich herum. Ein Teil der hölzernen Rückwand begann sich nach oben zu schieben. Ein zweiter Ausgang entstand an der hinteren Seite der Box. Früher hatte man die Pferde durch dieses Tor auf das angeschlossene Paddock gelassen.

Gebannt starrte Nadja auf die Öffnung durch die bereits helles Sonnenlicht hereinströmte. Noch war sie nicht hoch genug und sie beugte sich herunter um erkennen zu können was dahinter lag.

Steffen zog das Tor bis ganz nach oben und machte das Seil fest. Dann lehnte er sich an die Boxtüre und grinste Nadja durch das Gitter an. Sie starrte aus der Öffnung hinaus und stellte fest, dass ein wunderschöner Garten hinter dem Gebäude lag und sie nun durch das geöffnete Tor Zugang dazu hatte. Unsicher drehte sie sich herum und sah Steffen fragend an. "Ich darf raus?" Der nickte langsam und freute sich über ihre aufgeregte Art. "Oh ja natürlich!", bestätigte er. "Musst dich nur an die Regeln halten." "Werd ich! Sag sie mir.", kiekste Nadja. Ihre Stimme überschlug sich vor Freude.

"Du bist im Garten der Quarantänestation. Er ist eingezäunt. Mit Absicht! Bitte steig nicht über den Zaun. Es wird der Tag kommen, an dem du hier heraus darfst. Bitte warte ihn auch ab!" Nadja nickte eifrig. "Versprochen! Ich will ja niemand hier anstecken." "Gut.", nickte Steffen "Zweitens: Nimm die Sonnencreme mit raus und crem dich mindestens alle zwei Stunden neu ein. Noch besser ist du hältst dich im Wesentlichen im Schatten auf. Leg dich um Himmels Willen nicht in die Sonne. Du wirst schon noch schön braun. Aber wenn du heute in der Sonne einschlafen solltest kann ich dich heute Abend wahrscheinlich höchstens mit Morphium zum Schlafen bringen. Nimm es ernst. Das ist schon Leuten passiert die glaubten sie vertrügen viel Sonne. Krebsrot von oben bis unten." Er sprach sehr eindringlich. Nadja hatte sich eigentlich auf ein paar Sonnenstrahlen gefreut aber es klang auch durchaus plausibel was er sagte. "Ok. Ich bleib viel im Schatten.", nickte sie dann brav. "Bestens!", bestätigte er wieder "Und die dritte Regel kennst du schon: Viel trinken! Ich hab dir draußen schon Kannen hingestellt." Nadja nickte. "Ok mach ich. Und jetzt darf ich raus? Wie lange?" "So lang du willst.", lachte Steffen und entfernte sich vom Gitter.

Nadja sah ihm nach und dann ging sie vorsichtig durch das Tor. Nun stand sie unter einer Markise auf einer kleinen Terrasse die direkt hinter ihrer Box angelegt war und warf einen Blick über den Garten. Der versprochene Zaun ging von den beiden Seiten des Gebäudes aus und machte einen riesigen Bogen. Es war ein Maschendrahtzaun. Bestimmt 2,5 Meter hoch. Genaugenommen waren es sogar zwei Zäune. Im Abstand von etwa einem Meter verliefen sie parallel. Nadja schluckte kurz. Dieser Zaun war definitiv ernst gemeint.

Dann wand sie sich den schöneren Aspekten des Gartens zu. Überall waren kleine Baumgruppen die Schatten spendeten. Liegestühle mit weichen Polstern waren verteilt. Und inmitten des Gartens war ein hübscher Pool angelegt. Daneben eine Dusche. Wo keine Büsche oder Bäume waren, bedeckte weicher, kühler Rasen den Boden. Er kitzelte Nadja angenehm unter den Füßen. Vom Haus weg, fiel das Gelände leicht ab und Nadja entdeckte, was sie nicht zu hoffen gewagt hatte. Der Zaun reichte bis ins Wasser. Zum Garten gehörte ein gut 100 Meter langes Stück Strand. Aus den Wellen heraus ragte der Zaun etwa einen Meter in die Höhe. Bestimmt 200 Meter würde sie hinausschwimmen können ehe sie auf den Zaun traf.

Nadjas Herz hüpfte vor Freude und sie wusste gar nicht was sie zuerst machen wollte. Vom Pool war sie bereits überwältigt gewesen und jetzt gehörte sogar Strand und Meer zu ihren Möglichkeiten. Wie ein Gummiball titschte sie durch den Garten um sich alles anzusehen. Schließlich entschloss sie sich im Meer zu schwimmen. Vorsichtig ging sie auf das Wasser zu und merkte, dass es angenehm erfrischend war als es ihre Füße umspielte. Da war kein Halten mehr. Sie machte stelzende lange Schritte, segnete die Nacktheit und tauchte in die leichte Brandung ein und spürte das kühle Nass auf ihrer Haut und den salzigen Geschmack auf den Lippen.

Prustend kam sie wieder an die Wasseroberfläche und schwamm munter wie ein Fisch umher. Den dummen Zaun hatte sie vergessen. Er war außerhalb dessen, was sie hier als Freiheit empfand. Mit geschlossenen Augen legte sie sich auf den Rücken und ließ sich treiben, dachte an nichts. Sie wollte das einfach genießen.

Als kleines Kind war sie einmal mit der Familie zum Campingurlaub an der Ostsee in Polen gewesen. Aber dort war das Wasser kalt und das Wetter ungemütlich gewesen. Hier genoss sie es einfach. Sie planschte fröhlich herum. Aber als die Sonne auf der Haut sich anfing heiß anzufühlen ging sie zurück an Land. Schnell hüpfte sie zur Dusche am Pool und wusch sich das Salzwasser vom Körper und aus den Haaren.

Auf einem Tischchen lagen Handtücher bereit. Sie nahm sich eins. "Danke Steffen.", sagte sie leise kichernd und rubbelte sich trocken. Dann nahm sie ihre Flasche Sonnencreme mit und ging zu einer hübschen Baumgruppe nahe des Zauns. Sie lag im Schatten und würde, wenn sie den Lauf der Sonne richtig einschätzte auch noch lange im Schatten bleiben. Dort stand auch schon eine Liege bereit. Sie setzte sich darauf und begann sich sorgfältig wieder einzucremen. Dann legte sie sich hin und schloss die Augen. Die Liege war höllisch bequem und die leichte Brise, die herrschte strich über ihre nackte Haut und hinterließ ein angenehmes Gefühl

Noch mehr als gestern Abend fühlte Nadja sich in diesem Moment einfach wohl.

Kommentare:

  1. Quarantäne oder nicht, ich will da hin! Von mir aus können da drei Zäune stehen.. egal.. und den Steffen.. den heirate ich! :)

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  2. SKann mich Mielle nur anschließen *-*

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  3. ich will da hin :D ich will einen Steffen :D und ich finds schön, dass sie somit hoffentlich alle schlechten Erinnerungen verdrängen/ verarbeiten kann :) Ich kann mich gar nicht satt lesen! Schöne Grüße an den Schreiber/ Schreiberin (?) C.H.

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