Mittwoch, 3. Februar 2010

Boris und der Doc

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja


Nadja lag in ihrem Bett und um sie herum war alles Dunkel. Sie schluckte und Angst überkam sie. Sie rollte sich auf die Seite, zog die Füße an und starrte in die Dunkelheit. Wo war sie? Und wieso war sie nackt? Dann polterte es auf dem Flur und Nadja zuckte stark zusammen. Der Lärm wollte überhaupt nicht mehr aufhören und Nadja wünschte sich unentdeckt zu bleiben. Ihr Atem ging schwer und langsam und ihr ganzer Körper zitterte. Sie schob die Hände zwischen ihre Schenkel um wenigstens die Finger am schlackern zu hindern. Sie biss die Zähne aufeinander um das Klappern zu vermeiden und dennoch hatte sie das Gefühl sie wäre so laut wie ein Presslufthammer.

Dann wurde die Boxtüre aufgerissen und auf dem Flur das Licht angeschaltet. Ein gewaltiger Schatten schob sich in die Helle Öffnung: "Du beschissene Fotze denkst du kannst mich verarschen? Du glaubst du kannst vor mir wegrennen? Ich finde dich überall!"

Es war Boris. Seine massige Gestalt näherte sich und noch bevor er sie berührte rannen Nadja die Tränen von den Wangen und sie schluchzte. Sie wollte schreien aber kein Laut kam aus ihrer Kehle.

Boris riesige Pranke streckte sich aus und griff nach ihren Haaren. Daran zerrte er sie aus dem Bett. Nadja wehrte sich nicht. Sie hatte mühe hinterherzukommen und fiel um. Boris zog sie einfach an ihren Haaren über den Boden und schleifte sie langsam aus der Box auf den Flur.

Die Schmerzen waren unerträglich und Nadja versuchte die Hand zu greifen um sich aufrichten zu können. Noch immer war ihre Kehle verschlossen und so blieb ihr nichts als gequältes Stöhnen und Schluchzen. "Du kommst schön wieder zurück wo du hingehörst. Du schuldest Dimitri noch eine Menge Geld! Und jetzt bring ich dir erstmal wieder Manieren bei du Stück Scheiße!"

Nadja wusste genau, was auf sie wartete, wenn Boris solche Worte benutzte. Immer noch versuchte sie verzweifelt sich aufzurichten. Ihr Körper wurde auf dem Boden wundgescheuert so wie Boris sie entlangzog.

Boris steuerte mit ihr auf eine der Türen auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges zu und öffnete sie. Dahinter lag der Raum in dem sie die ersten 14 Tage vergewaltigt worden war. Die Wände mit Matratzen abgepolstert, ein kleiner Tisch in der Mitte und an der Wand die Kommode mit den vielen Folterwerkzeugen. Boris schleuderte sie an ihren Haaren durch den Raum und sie knallte gegen den Tisch.

"NEEEIN!", schrie Nadja aus sich heraus. "NEIN! Tu mir nichts! Lass mich! Bitte!" Dann wurde es Hell und sie lag wieder in ihrem Bett. Steffen kniete davor und schüttelte ihren Körper: "Nadja. Wach auf. Du träumst!" rief er leise.

Nadja schlug die Augen auf und sah mit leerem Blick in sein Gesicht. Sie konnte den Schmerz an ihrem Kopf und an ihrem Körper noch genau fühlen. Nur langsam verblasste er. Steffen nahm ihre Hand und hielt sie sanft. "Nadja. Du träumst! Wach auf!", wiederholte er und ganz langsam nickte Nadja: "Ich träume Scheiß!", sagte sie wie automatisch.

Sie versuchte sich zu orientieren. Wahrheit von Traum zu trennen und die Erinnerung an die Reise und Steffen und Tom kam zurück. Und so unwirklich wie all das gewesen war so real war es doch passiert und sie lag in einem sauberen Bett und vor ihr kniete jemand, der sich Sorgen um sie machte. Allmählich wurde ihr das bewusst und wieder schossen Tränen in ihre Augen. Verschämt drehte sie den Kopf weg und wand ihre Hand aus Steffens Griff.

"Es ist nicht gut, wenn du so schlimme Träume hast. Du musst gut schlafen um dich zu erholen.", sagte Steffen ganz sachlich und griff in seine Tasche. Er zog ein kleines Fläschchen hervor und füllte am Waschbecken einen Becher mit Wasser. Dann lies er 20 Tropfen in das Wasser platschen und hielt Nadja den Becher hin. "Trink das bitte. Dann wirst du vernünftig schlafen."

Unsicher betrachtete Nadja die Arznei. Aber Steffens Nicken und sein bittender Blick bestärkten ihr gewonnenes Vertrauen. In einem Zug lehrte sie den Becher und gab ihn dann zurück. "Schlaf weiter.", bat Steffen sie dann und Nadja rollte sich wieder zusammen.

Steffen zog ihr die Decke noch mal zurecht und ging dann aus der Box. Er schloss die Türe und Nadja lag mit geschlossenen Augen im Bett. Zu fies war noch der Eindruck, den der Alptraum hinterlassen hatte.

Das Licht in der Box hatte Steffen gelöscht. Aber auf dem Gang war gedämpftes Licht noch eingeschaltet. Durch die Gitter fiel ein wenig Licht in die Box. Draußen war es Dunkel. Nadja erinnerte sich an die Uhr auf dem MP3-Player und schaltete ihn ein. Es war kurz nach Mitternacht.

Dann erklangen Stimmen draußen. Ein Mann kam abgehetzt herein und begann gedämpft mit Steffen ein Gespräch: "Ich bin so schnell gekommen, wie ich konnte!" Steffen beruhigte ihn: "Es war tatsächlich nur ein Alptraum. Ich konnte sie wecken und ich glaube sie ist auch wieder vernünftig zu sich gekommen. Ich habe ihr 20 Tropfen gegeben." Der Fremde atmete auf: "Na dann ist ja alles bestens. 20 Tropfen ist genau richtig. Dann sollte sie gut noch ein paar Stunden schlafen. Aber ich denke sie wird allein wegen der Zeitverschiebung früh aufwachen." "Darauf bin ich gefasst. Das ist kein Problem." Der Mann brummte zufrieden: "Das ist gut. Das ist gut. Und in welchem Zustand ist sie sonst?" "Bemitleidenswert eher. Vollkommen unterernährt und höchstwahrscheinlich Alkohol, Zigaretten und sonstige Drogen durchaus gewohnt." Nun klang die Stimme etwas aufgebrachter: "Diese Schweine. Nicht genug, dass sie Mädchen schlagen und zu solchen Dingen zwingen aber, dass sie sie auch noch mit Giften vollpumpen werden. Na ja ich sehe sie ja Morgen."

Steffen brachte den Besucher zur Tür und verabschiedete ihn: "Wir werden pünktlich da sein. Ihnen noch eine gute Nacht Doc!" "Schlafen sie auch gut. Bis Morgen.", erwiderte der dann und ging. Auf dem Gang wurde das Licht gelöscht und Nadja lies das Gespräch noch ein wenig auf sich wirken.

Man kümmerte sich hier um sie, da war sie nun sicher. Steffen hatte sogar den Arzt gerufen, als sie schlecht geträumt hatte. Und über die wirren Gedanken die sich danach noch sponnen taten die Tropfen ihre Wirkung und sie schlief langsam wieder ein. Diesmal traumlos.

Kommentare:

  1. Ich finde ja, sie hat nun einen Märchenprinz verdient. Auf nem weißen Pferd bitte :)

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