Samstag, 12. April 2014

Um die halbe Welt

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja saß an ihrem Schreibtisch und war gerade dabei eine Akte neu zu sortieren. Sie hatte, entgegen Rebeccas erster Ansage, die Akten dürfen nicht angefasst werden, doch einen Verbesserungsvorschlag gemacht und sich damit auch gleich eingehandelt alle 1200 Akten der letzten Jahre neu zu sortieren. Doch Nadja tat es gern und sie genoss vor allem die Genugtuung auch Spuren zu hinterlassen und eben nicht nur eine namenlose Praktikantin zu bleiben, wenn sie wieder verschwand.

Sie war völlig auf ihre Arbeit konzentriert, als die Tür aufging. "Eine Sekunde bitte.", sagte sie, ohne aufzuschauen. Beim Anlegen des Inhaltsverzeichnisses wollte sie keinen Fehler machen. "Hallo Nadja.", sagte eine männliche Stimme und dazu noch auf deutsch. Nadja hob den Kopf und traute ihren Augen nicht. "Sascha?", fragte sie baff und ließ den Mund offen stehen. "Hallo Nadja.", wiederholte Sascha fröhlich, "Schön dich wieder zu sehen."

"Äh.. Hallo.", erwiderte Nadja noch völlig überrumpelt. "Dich bringe ich also auch aus der Fassung.", kicherte Sascha und grinste breit. Rebecca kam gerade zufällig aus ihrem Büro. "Hallo. Alles klar hier?", fragte sie eine Spur zu scharf. Immer wieder tauchten Männer unaufgefordert in der Beratungsstelle auf. Das war selten ein gutes Zeichen. Allzu oft hatten Väter oder Freunde herausgefunden, dass die Mädchen sich beraten ließen und polterten dann herum, man hätte vor allem sie selbst sofort informieren müssen.

Nadja brauchte eine Sekunde. "Äh ja. Natürlich Rebecca, das ist Sascha der Freund meiner Freundin Mary. Und Sascha, das ist meine Chefin Rebecca. Dass er hier ist, ist erstens überraschend und zweitens extrem ungewöhnlich. Er kommt aus Deutschland, wo er gestern, jedenfalls nach seiner Facebookseite auch noch war." Sascha grinste extrem breit und schüttelte Rebeccas Hand. "Freut mich. Ich soll mir bei Nadja nur kurz den Schlüssel für Marys Wohnung hohlen. Sie ist auf der Arbeit. Ich habe sie mit dem Besuch überrascht."

"Ein Überraschungsbesuch aus Deutschland?", fragte Rebecca leicht amüsiert, "Ihr jungen Leute seid verrückt!" Sascha zuckte die Schultern. "Flugmeilen von einem Cousin. Sie wären Monatsende verfallen. Das Ticket war so gut wie gratis." Rebecca legte den Kopf schief. "Das ändert nichts daran, dass du verrückt bist!" Sie legte Nadja noch ein paar Papiere auf den Tisch und verabschiedete sich dann wieder freundlich in ihr Büro.

Nadja kramte nach ihrem Handy. Ohne Marys Zustimmung wollte sie den Schlüssel nicht herausgeben. Doch sie war eigentlich sicher, dass Mary schon von dem Besuch wusste. Woher sonst hätte Sascha die Adresse von Nadjas Arbeitsstelle haben sollen. Und tatsächlich fand sie auf ihrem Handy eine Nachricht in der Mary darum bat den Schlüssel zu übergeben. Sie löste den Schlüssel von ihrem Bund. "Der ist unten für die Haustür und der ist oben für die Wohnung.", lächelte sie Sascha zu. "Danke. Ich werde mich erst mal was hinlegen. Zeitverschiebung ist ein gemeines Biest. Für mich ist es zwei Uhr nachts oder so." Nadja nickte. Sie hatte ja auch schon das in und andere Mal damit Bekanntschaft gemacht und hatte keineswegs die besten Erinnerungen daran.

"Dann schlaf gut. Wie lang bleibst du denn?" "10 Tage. Dann muss ich zurück. Länger kann ich auch daheim nicht an der Uni fehlen." Als Sascha gegangen war, schickte sie Mary noch eine Nachricht, dass es mit dem Schlüssel geklappt hatte. Sascha war echt ein verrückter Kerl. Er ging buchstäblich um die halbe Welt für Mary.

Kommentare:

  1. Also wird Sascha ein wenig schlafen und vermutlich die Nacht über dann wach sein, wenn Mary befriedigt und selig neben ihm liegt. Jetlag ist wirklich was gemeines.
    Aber ich kann mir auch vorstellen, dass Mary wieder ein paar nette Dinge als Vorspielchen einfallen, während sie noch auf der Arbeit ist, die sie von ihm verlangen wird. Ohne Abschluss natürlich, denn den muss sie ja für sich selbst aufheben. Hehe... Sascha wird mit Sicherheit seinen Spaß haben.

    AntwortenLöschen
  2. ja... kaygee du nimmst mir das wort aus dem mund
    jetlag ist wwirklich fies aber er wird ja den ganzen tag wenn mary in der uni ist zeit zum schlafen haben
    LG Lars

    AntwortenLöschen

Bitte beim Kommentieren höflich bleiben. Es gibt hier die Möglichkeit Anonym zu kommentieren, aber denke bitte kurz nach ob du das wirklich möchtest. Unterzeichne deinen Kommentar doch mit einem Pseudonym oder deinen Initialen, dass man weiß, welche Kommentare alle von dir sind. Oder noch besser, du nutzt nicht die Auswahl "Anonym" sondern "Name/URL" und lässt das Feld für die URL einfach frei. Dann wird dein Kommentar mit deinem selbst gewählten Namen angezeigt.

Vielen Dank.