Samstag, 5. April 2014

Einreise

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Der Flug verlief angenehm unspektakulär. Weder Turbulenzen, noch sonstige Ereignisse störten die Ruhe. Sascha war nach dem kurzen Flug von Berlin nach Frankfurt nicht ganz sicher gewesen, was er von der Fliegerei halten sollte. Doch jetzt stellt er fest, dass er es nicht besorgniserregend fand. Er empfand keinerlei Angst, auch wenn es natürlich aufregend war, was um ihn herum passierte.

Der Sicherheitsbelehrung hörte er schon kaum noch zu. Es war der gleiche alberne Quatsch, wie im Flug nach Frankfurt. Doch diesmal, dachte er, war die Schwimmweste wenigstens angebracht. Schließlich würden sie die meiste Strecke über Wasser fliegen. Draußen ging die Sonne langsam unter und im Verlauf des Fluges wurde es ein merkwürdiges Phänomen, dass sich außerhalb des Flugzeuges die Dämmerung quasi ewig zu halten schien.

Er überlegte, ob es schlau war, jetzt zu schlafen. Schließlich müsste er in Washington die ganze Nacht verbringen. War es nicht sinnvoller, dort zu schlafen? Doch wo sollte man am Flughafen schlafen und was würde er mit dem Gepäck machen in der Zeit? Er entschied sich, es mit Schlaf im Flugzeug zu versuchen. Doch mehr, als ein paar Stunden zu dösen, brachte er nicht zusammen.

Dennoch war er sehr entspannt, als das Flugzeug schließlich zum Landeanflug ansetzte. Auf dem Flug hatte er immer wieder hinaus gesehen und sich gelangweilt. Nichts weiter als Wasser unter dem Flugzeug und gelegentlich ein kleiner Punkt, der wohl ein Schiff darstellte. Der Flug über Deutschland war vergleichsweise spannend gewesen. Da hatte er raten können, welche Stadt gerade unter dem Flugzeug vorbei zog. Doch den Ozean aus 10.000 Metern Höhe zu betrachten war weit weniger spannend. Und das klare Wetter sorgte auch dafür, dass es kaum Wolken zu betrachten gab.

Doch jetzt auf Washington in der fast vollständigen Dunkelheit zuzufliegen und das Lichtermeer der Stadt aus dem Fenster sehen zu können war beeindruckend. Auch wenn der Mann im Anzug neben ihm das eher naserümpfend aufnahm, so war es doch faszinierend, sich die Nase an der Scheibe platt zu drücken. Dann verschwanden die Häuser so langsam und es ging auf den Flughafen. "Welcome to america.", schoss es Sascha durch den Kopf, als auch die Chefstewardess genau das ansagte. Er grinste ein bisschen und wartete brav, wie angesagt, dass das Flugzeug stand. Der Rest der Passagiere schien sich allerdings weniger daran zu halten. Doch Sascha hatte es nicht eilig. Vor dem Morgen würde er dort nicht wegkommen, egal wie schnell er aus dem Flugzeug war.

Schließlich ging aber auch er hinaus und orientierte sich zum Ausgang. Er kramte seine Dokumente hervor, den vorläufigen Pass und auch den Visumsantrag. Ein wenig bang war ihm vor der Einreise schon. Er würde Fingerabdrücke hinterlassen müssen und auch sonst war das Einreiseverfahren in die USA ziemlich rigide gestaltet. Der Strom der Passagiere wurde gnadenlos aufgeteilt in "US" und "Non US". Brav stellte Sascha sich schließlich in die Schlange und wartete bis er dran war.

Er hatte mit dem schlimmsten gerechnet, doch keine drei Minuten später war alles vorbei. Seine Fingerabdrücke waren digital abgescannt. Der vorläufige Pass war kopiert und gestempelt worden und sein Touristenvisum bewilligt. 100 Tage dürfte er damit bleiben. Doch das hatte er nicht vor. Er streckte sich und schaute sich in der großen Terminalhalle des Flughafens um, wo er gerade angekommen war. Hier würde er sich wohl eine Nacht lang nicht langweilen müssen.

Kommentare:

  1. Das muss eine richtige Kleinstadt sein mit allem, was das Touristenherz begehrt. Ich kann mir schon vorstellen, dass man da viel zu schauen hat, aber irgendwann würde mich auch die Müdigkeit packen, weil es ja dann doch auch langweilig wird. Entweder gibt man irre viel Geld aus, um sich zu beschäftigen oder aber man kann nur zusehen und das wird öde. Also für mich :)
    Für Sascha wohl eher nicht. Vielleicht hält ihn ja auch die Vorfreude auf Mary wach. Und geil *kicher*

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  2. aber wenn er im flugzeug nicht geschlafen hat wird er doch bestimmt müde werden
    wie kaygee schon angedeutet hat : hoffentlich verpasst er seinen flug nicht
    LG Lars

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