Mittwoch, 7. Mai 2014

Studiengebühren

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Hmmja es ist sehr beeindruckend.", gab Sascha zu. "Seattle ist ja noch lang nicht die größte Stadt und ich habe schon jetzt das Gefühl, es ist viel größer als Berlin. Joe lachte. "Seattle hat nicht einmal ein Million Einwohner. Und wenn ich richtig weiß, ist Berlin definitiv eine Millionenstadt." Sascha schaute etwas überrascht. Er hatte das nie recherchiert. "Nicht einmal eine Million?" Joe schüttelte den Kopf. "Soweit ich weiß sind es gerade mal eine gute halbe Million."

"Trotzdem wirkt hier alles größer. Viel breiter gebaut. Und auch ziemlich modern." Joe zuckte die Schultern. "Die Städte hier sind Planstädte. Die sind nicht so alt, wie eure Städte in Deutschland. Die ersten Siedler kamen erst in den 1850er Jahren hier an. Die Stadt hatte gerade 150 Jahre zum wachsen. Und natürlich hat man damals schon das meiste auf eine Großstadt ausgelegt. So sind also die Straßen breit und praktisch quadratisch angelegt. Und dankenswerterweise hat man bei uns auch rechtzeitig an eine S-Bahn gedacht. Aber es gefällt dir?"

Sascha nickte. "Sehr sogar." Auch Mary hatte aufmerksam gelauscht. Ein wenig fühlte sie sich in ihre Grundschulzeit zurück versetzt als die Lehrer über die Denny Party gesprochen hatten, welche als das Gründungsdatum für Seattle angesehen wurde. Irgendwo im Haus ihrer Eltern mussten auch noch ihre alten Schulhefte sein, wo sie den Heimatkundeunterricht nachschauen konnte. Vielleicht war das ja der Grund die Eltern zu besuchen? Sie schob den Gedanken beiseite. Heute Abend galt es Joe ein paar Informationen oder sogar irgendwelche Zusagen für ein Auslandssemester für Sascha zu entlocken.

Schon mehr als einmal hatte Mary sich gefragt, warum sie so viel Elan in diese Beziehung zu diesem Jungen investierte, den sie doch, nüchtern betrachtet, kaum kannte. Was machte diesen Knaben so anziehend? War es überhaupt schlau sich darauf so eng einzulassen? Sie waren beide jung. Wer konnte sagen, wie lang das halten würde. Dann noch über diese Distanz. Doch wann immer Mary darauf herumgrübelte überkam sie das warme Gefühl der Verliebtheit und die schmutzigen Gedanken daran, wie hemmungslos sie mit Sascha umgehen konnte. Bei keinem anderen Kerl bisher hatte sie so locker und so natürlich sein können.

"Ich habe schon versucht hier in Seattle einen Studienplatz zu bekommen. Wenigstens für ein Semester. Aber das ist schwierig." Mary war etwas aus dem Tischgespräch ausgestiegen mit ihrer Grübelei. Doch bei diesem Satz horchte sie auf. Joe zuckte die Schultern: "Vor allem ist es teuer. Ich habe neulich erst gelesen in Deutschland streitet man um Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester? Also etwa 700 Dollar derzeit? Hier in den Staaten bekommst du kaum unter 7000 Dollar ein Semester." Sascha nickte etwas kläglich. "Das ist das Problem. So viel Geld habe ich einfach nicht. Und die Programme meiner Uni von denen aus man so etwas bezahlt bekommt sind hoffnungslos überfüllt. Da gibt es lange Listen. Viele wollen in die Staaten."

Kommentare:

  1. Ich kann Marys Berechnung ja verstehen. Da sitzt Vitamin B am Tisch und man kann ja mal abchecken, ob er bereit und in der Lage ist, ein bisschen zu unterstützen.
    Aber auch jetzt noch nachdem Joe ein Freundschaftsangebot rausgelassen hat? Oder jetzt erst recht? Ich hätte wahrscheinlich schon wieder viel zu viele Skrupel :)

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  2. ich glaube mary muss sich jetzt erstmal überhaupt über ihre gefühle zu sascha klarwerden. muss sich ersteinmal drüber klarwerden wie sehr und ob sie uüderhaupt ihn liebt oder nur sex mit ihm
    LG Lars

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