Donnerstag, 22. Mai 2014

Karriereknick

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Es tut mir so leid, dass du herkommen musstest.", beschwichtigte Mary, die in ihrer Erleichterung dennoch Nadjas Unmut gespürt hatte. "Und wie konntest du von mir verlangen, dass ich Joe nichts davon sage?", schmollte Nadja weiter und funkelte ihre Freundin an. Mary war etwas perplex, dass Nadja offensichtlich so wütend war. "Es tut mir leid.", gab sie leise zu.

"Fährst hier zum Kiffen an den Strand um dich dann verhaften zu lassen...", motzte Nadja weiter. "Zum Kiffen?", fragte Mary kopfschüttelnd. "Naja, was hast du sonst angestellt, wofür man verhaftet wird und ein paar hundert Dollar Kaution fällig sind. Mary lachte verächtlich auf. "Kiffen? Quatsch!", spuckte sie aus. Ihr wurde klar, dass sie Nadja am Telefon besser gesagt hätte, worum es ging. Denn sie schien sich etwas ausgedacht zu haben und hatte offensichtlich eine Menge Zeit gehabt, diese Idee auszuschmücken.

"Was war's dann?", bohrte Nadja mit funkelnde Augen. "Sex.", gab Mary zu. "Wir hatten uns unter einer Decke in einem Wäldchen am Strand versteckt. Und leise waren wir auch. Hundert Meter vom Weg entfernt. Niemand war weit und breit zu sehen. Aber hier läuft so ein Cop rum, der in seiner Freizeit am Strand spazieren geht. Und der hat seinen Hund darauf gedrillt Pärchen zu finden. Der hat uns gefunden. Und nackt zu sein ist in der Öffentlichkeit verboten. Wenn es nach der Polizei geht, wohl auch unter einer Decke."

Nadja schaute Mary sprachlos an. "Ist das wahr?" Mary zuckte die Schultern. "Es muss doch auf dem Entlassungspapier stehen. Nadja kramte das Papier hervor und im Feld 'Tatvorwurf' war deutlich zu lesen: 'Nacktheit und öffentliche Belästigung'. Verstört schüttelte Nadja den Kopf. "Echt jetzt?" "Und wir waren wirklich weit weg vom Weg. Man konnte den Weg gar nicht erkennen. Das Meer auch nicht. Es war nur noch das Rauschen zu hören.", mischte sich Sascha ein, der bisher etwas belämmert nebendran gestanden hatte.

Die Papiere landeten wieder in Nadjas Handtasche und sie schüttelte immer noch den Kopf. Sie versuchte ihre Wut, die sich angestaut hatte, neu zu bewerten. So ganz wollte sie nicht verschwinden, doch ein Kichern rollte langsam ihren Bauch hinauf. "Das habt ihr davon, dass ihr die Finger nicht voneinander lassen könnt.", grinste sie breit und im selben Moment breitete sich eine leichte Hitze in ihrem Gesicht aus. Sie kannte den Strand von Aberdeen. Als sie neu gewesen war in Seattle hatte Joe ihr die Gegend gezeigt und war viel mit ihr rumgefahren. Auch nach Aberdeen und es war Sommer gewesen. Sie hatten dem Zauber des Meeres in exakt der gleichen Weise erlegen. Im Nachhinein schüttelte sie sich heftig. Wenn damals ein Polizist sie verhaftet hätte, hätte Joes Karriere wohl einen erheblich heftigeren Knick bekommen.

"Super, dass du gekommen bist. Und du bekommst das Geld auch zurück!", versprach Mary. Nadja winkte ab. "Wenn du es hast, gib es mir wieder.", sagte sie großzügig. Froh ihren eigenen Gedanken loszuwerden und das Thema wechseln zu können. "Bestimmt!" "Wo steht ein Auto?", hakte Nadja nach und deutete über den Parkplatz." "Noch am Strand natürlich.", erklärte Mary. "Lass uns hinfahren."

Kommentare:

  1. so... jetzt ist ja alles wieder gut
    mary ist wieder auf freiem fuß und nadja ist beruhigt und hoffe dass sie da jetzt vor joe kein geheimnis draus macht und damit einen streit heraufbeschwört sondern einfach die wahrheit sagt
    LG Lars

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  2. Und schon hat sich die Lage entspannt. Gott sei Dank. Und wieder ein Erlebnis mehr, das die beiden Freundinnen zusammenschweißen wird. In ein paar Jahren werden sie spätestens darüber lachen. Also könnten sie eigentlich jetzt schon damit anfangen. Ich denke auch nicht, dass Joe wegen 1000 Dollar fragen wird. Wenn, dann eher neugierig, weil Nadja sonst so sparsam ist. Mal sehen, was passiert.

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