Donnerstag, 1. Mai 2014

Fragen beim Abendessen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja war bis zum Abend zu keiner Entscheidung gekommen. Sollte sie fragen, ob Joe Lust hatte Sascha kennenzulernen? Sie war schon zwei Stunden bevor Joe zurückkam zu Hause und hatte somit wieder Zeit in der sie nicht abgelenkt wurde. Wieder dachte sie darüber nach, ob sie Mary einfach sagen sollte, Joe habe keine Lust gehabt, aber das kam ihr unehrlich vor. Joe war ein erwachsener Mann. Er würde selbst sagen können, wenn er keine Lust hatte, Sascha zu treffen.

Beim Abendessen rückte sie direkt raus damit. "Am Mittwoch hab ich mich mit Mary zum Essen verabredet." "Ach, ist Sascha schon wieder abgereist?", fragte Joe überrascht. "Nein, der ist natürlich auch dabei.", gab Nadja zu. "Und wo wollt ihr hin? Oder kommen die beiden her?" "Na das haben wir noch nicht besprochen.", druckste Nadja herum. "Das solltet ihr vielleicht noch besprechen.", meinte Joe amüsiert, "Auch damit Maricruz weiß, für wie viele Leute sie kochen soll."

"Du hättest nichts dagegen, wenn sie hier sind?", fragte Nadja vorsichtig. Joe lachte und setzte ein ziemlich breites Grinsen auf. "Hat Mary Schiss vor ihrem Boss?", legte er den Finger in die Wunde. "Wir wussten beide nicht, ob dir das recht ist.", gab Nadja zu. Joe lachte noch mal auf und drückte Nadja einen Kuss auf. "Deine Freunde sind in diesem Haus immer willkommen. Und Sascha ist ja irgendwie auch dein Freund. Und wenn Mary Schiss hat, mir über den Weg zu laufen, dann sag ihr bitte, dass in diesem Haus nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat und sie nicht befürchten muss, dass die zwei hier nicht willkommen wären." Nadja nickte dankbar. "Dann lade ich sie ein."


Mary stand beim Abendessen auch vor einem Dilemma. Sie hatte sich für das Wochenende schon herausgeredet bei ihren Eltern aufzutauchen, was sie sonst wenigstens einmal die Woche tat. Ihre Mutter nervte schon mit Nachrichten auf dem Handy. Sie schaute Sascha an, der ihre Grübelei bemerkte. "Bist du in Gedanken am Lernen?", fragte er neckisch und stupste sie auf die Nase, um sie wieder auf sich aufmerksam zu machen. Mary holte tief Luft. "Willst du meine Eltern kennelernen?", fragte sie rundheraus.

Sascha sah sie verdutzt an. "Das kommt plötzlich!", gab er zu. Mary zuckte verlegen die Schultern. "Ich weiß, aber ich denke schon seit Tagen drüber nach." Sascha zuckte die Schultern. "Möchtest du, dass ich sie kennenlerne.", schob er die Verantwortung wieder zurück. Als Mary nicht gleich antwortete legte er den Kopf schief. "Wissen sie überhaupt von mir?" Mary schlug den Blick nieder. "Ich habe ihnen erzählt, dass ich jemand sehr gern habe, den ich in Europa kennengelernt habe und mit ihm noch schreibe. Aber ich glaube sie haben das nicht so ernst genommen, wie ich es gemeint habe. Und ich habe es dabei belassen." "Die werden ganz schön dumm aus der Wäsche schauen, wenn du ihnen das erzählst.", grinste Sascha und zog Mary auf seinen Schoß.

Kommentare:

  1. Tja, manchmal türmt Schweigen einen Berg von Unsicherheiten auf, die - sobald man sie anspricht - wie eine Seifenblase wieder im Nichts verschwinden. Und einmal mehr zeigt es sich, wie oft und gerne die Menschen anderen eine Entscheidung abnehmen bzw. für andere entscheiden ohne das Recht dazu zu haben. Siehe Joe. Oder nun Sascha. Ich glaube eher, dass Mama sich freuen wird, weil Mary jemanden kennen gelernt hat, der es ernst zu meinen scheint. Aber Fragen werden sicherlich trotzdem kommen.

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  2. wie ich schon gesagt habe, wird sara sowiso etwas von ma rys verliebtheit bemerken. mütter merken soetwas einfach!
    und ich habe mir sowiso schon gedacht, dass joe sich über marys "angst" amüsiert.
    LG Lars

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