Donnerstag, 8. Mai 2014

Hilfe von Oben

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Joe hatte natürlich längst kapiert, wohin das führen sollte. Es hatte ja schon einmal eine leise, wenn ach nicht wirklich ernste Anfrage gegeben, ob er nicht etwas wüsste, wie man Sascha einen Aufenthalt in den Staaten ermöglichen könnte. Damals war nichts weiter gekommen und er hatte fast gehofft, es würde sich von allein regeln. Doch jetzt saß eben jener Sascha hier an seinem Esstisch. Die Sache war wohl doch ernster, als er angenommen hatte.

So ganz wusste er nicht, was er davon halten sollte. Doch er beschloss sich aus der Sache selbst weitestgehend rauszuhalten. Es sprach jedoch natürlich nichts dagegen ein gutes Wort bei einem Geschäftspartner einzulegen und ein paar Adressen zu vermitteln. "Es gibt eine Menge Firmen, die sich Studenten auch aus dem Ausland einkaufen. Für Praktika und beschränkte Zeit gibt es da auch spezielle Visa.", erklärte Joe ruhig. Marys und Saschas Augen leuchteten auf. Genau auf solch einen Anfang hatten sie gehofft.

"Und die übernehmen dann die Sutdiengebühren?", hakte Sascha nach. Joe nickte: "Nicht anders läuft das doch mit NetCorp und Mary auch gerade. Viele Firmen haben festgestellt, dass es eine Menge qualifizierter Leute gibt, die sich aber nicht zwangsläufig ein Studium leisten können. Das ist nicht so wie bei euch in Deutschland." Sascha nickte. "Und deine Firma stellt ausländische Praktikanten ein?", preschte Sascha nach vorn. Joe schüttelte den Kopf. "Wir haben eine einzelnen ausländischen Angestellten, einen Inder. Und schon mit dessen Visum ist mein Anwalt heillos überfordert. Aber es gibt Firmen die haben da andere Power in der Rechtsabteilung und kennen sich besser mit dem Einwanderungsrecht aus."

"Und diese Firmen kennst du?", fragte Mary hoffnungsvoll. Sie hatte schon damit gerechnet, dass bei NetCorp kein Platz für Sascha war. Sie hatte zwar keinen kompletten Überblick über die Verhältnisse der Firma, doch mit Praktikums oder Werkstudienplätzen wurde keineswegs um sich geworfen. "Ja. Solche Firmen kenne ich und ich kann dir ein paar Adressen geben und auch wo anrufen.", erklärte Joe sein Angebot. "Das würdest du tun?", fragte Mary vorsichtig.

"Ein paar Adressen hat meine Sekretärin schon rausgesucht. Sag mir wo du dich bewerben möchtest und ich rufe mal jemand an, wenn ich dort jemanden kenne. Das ist aber keineswegs eine Garantie!", fügte er am Ende noch scharf hinzu. Doch das ging unter. Mary sprang auf und rannte um den Tisch und umarmte Joe. "Das ist so unendlich lieb von dir." Joe drückte Mary sacht zurück. "Dank mir, wenn er einen Platz abbekommen hat. Auch da bewerben sich jede Menge Leute. Nicht nur aus Deutschland. Und die Plätze an den hiesigen Unis sind begehrt. Nicht ganz so wie im Sillicon Valley, aber dennoch umkämpft."

"Allein, das du dich für ihn einsetzt.", sagte Mary. Sascha nickte Joe über den Tisch zu. "Das ist wirklich großzügig, vielen Dank.", sagte er höflich. "Ich helfe gern, wenn ich kann.", spielte Joe die Sache etwas herunter. Er hatte mit einem derart heftigen Ausbruch nicht gerechnet und fühlte sich auch etwas überfordert. Mary setzte sich wieder. "Das wäre irre, wenn das klappt.", flüsterte sie halblaut.

Kommentare:

  1. Mary hat anscheinend nach der freudschaftsanfrage alle hemungen fallen gelassen und fällt joe sogar um den hals:)
    und joe hat es auch verdient er ist wirklich großzügigund unglaublich natürlich
    LG Lars

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  2. Ich habe eher das Gefühl, so richtig wohl fühlt sich Joe nicht in der Sache. Natürlich tut es ihm nicht weh, mal den einen oder anderen Kollegen in seiner Branche zu fragen. Aber da er eine Garantie zurückweist, ist er auch nicht willens, einen Gefallen bei seinen Beziehungen einzufordern. Immerhin würde das einen Gegengefallen verlangen und das ist nicht immer angenehm. Das muss sich auch in Joes Augen lohnen. Und das nur, weil da zwei Studenten von zwei Kontinenten an seinem Tisch sitzen, das wäre doch etwas zuviel verlangt. Also gibt es nur die Adressen und Sascha muss schon selbst überzeugend wirken.

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