Samstag, 17. Mai 2014

Ein Anruf

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Telefonieren können Sie dort an der Wand.", erklärte der Uniformierte. Er machte keine Anstalten Mary die Handschellen abzunehmen. Sascha hatte gesagt, er wolle nicht telefonieren. Wen sollte er auch anrufen? Er kannte niemanden, der jetzt vorbei kommen könnte um das Dilemma zu lösen.

Mary war stinkwütend. Stinkwütend auf den Hund, der sie aufgestöbert hatte. Stinkwütend auf den Besitzer des Hundes, der sich als kleinlicher Polizist herausstellte, der, so er auch frei hatte, dennoch das 'Verbrechen', wie er es fortwährend nannte, mit der vollen Härte des Gesetzes auf Mary los ging. Im Staate Washington war Nacktheit in der Öffentlichkeit strikt untersagt und auch, wenn sie die Hosen beide nur heruntergezogen hatten, und es auch unter einer Decke getan hatten, so hatte er sich auf keinerlei Diskussionen eingelassen. Wenig später saßen sie gefesselt im Streifenwagen und wurden zur Wache gebracht, wo man sie an eine Wartebank neben einem ziemlich übel riechenden Penner angeschlossen hatte.

"Wie soll ich da hinkommen?", patzte Mary den Polizisten an. Ihr war klar, dass es keineswegs schlau war, ihre Wut an diesem Mann auszulassen, doch sie konnte nicht anders. "Ich bin hier festgekettet!", schnauzte sie hinterher. Der Polizist ließ sich nun extra Zeit, was Marys Augen noch mehr funkeln ließ. Doch er hatte alle Zeit der Welt ihr erst wieder normale Handschellen anzulegen, bevor er die Verbindung zur Bank löste. "Die Kaution wird auf 450 Dollar festgesetzt. Für jeden von euch beiden", erklärte der Bulle und gab ihr einen Zettel, auf dem die Informationen standen.

Mary ging mit den Handschellen um die Handgelenke zum Telefon an der Wand und nahm den Höhrer ab. Sie hängte ihn wieder ein und fummelte eine Münze aus ihrer Tasche. Mit gefesselten Händen war das gar nicht so einfach. Sie startete den nächsten Versuch. Die Münze landete im Telefon und sie nahm den Höhrer ab. Dann begann sie zu wählen. Doch mitten drin hängte sie wieder ein. Die Münze ratterte durch und fiel in den Ausgabeschacht.

Sie hatte reflexartig ihre Eltern anrufen wollen. Was sollte man als Teenager schon tun, wenn man festgenommen worden war und man eine Kaution brauchte? Doch sie gruselte sich. Für ihren Vater war sie vermutlich immer noch Jungfrau. Und auch in den Augen ihrer Mutter war sie immer eigentlich ein Unschuldslamm gewesen. Der größte Ärger mit er Polizei war ein Ticket wegen zu schnellen Fahrens gewesen. Sie konnte unmöglich ihrer Mutter gestehen, dass sie jetzt 900 Dollar Kaution für sich und ihren Freund brauchte, um aus dem Gefängnis gelassen zu werden. Das war nicht der Weg wie ihre Mutter Sascha kennenlernen sollte. Überhaupt hatte diese Episode bei ihren Eltern eigentlich überhaupt nichts zu suchen.

"Wen rufst du an?", fragte Sascha etwas bang von der Bank aus. Sie hatten seit der Verhaftung kaum ein Wort gewechselt. "Weiß nicht. Ich wollte Mama anrufen. Aber ich kann nicht." "Nadja?", schlug Sascha vor. Mary gruselte es. Konnte Nadja Schweigen darüber bewahren? Konnte sie 900 Dollar abheben, ohne das Joe fragen würde, wofür sie ausgegeben wurden? Und wenn sie das nicht konnte? Wie würde Joe darauf reagieren, dass eine seiner Angestellten beim Sex in der Öffentlichkeit verhaftet wurde? Sie nickte dennoch und wählte Nadjas Nummer.

Kommentare:

  1. Also doch. Festgenommen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. In ein paar Jahren wird sie darüber lachen, aber jetzt ist das wohl alles weniger lustig. Und vor allem peinlich. Daran hat vorher niemant gedacht in der ganzen Geilheit *schmunzel*. Und nun ist es passiert. Und das arme Sascha ist noch nicht gekommen. Auch wenn er daran jetzt wohl gerade gar nicht denkt, ist das nicht lustig für ihn, denke ich mir.
    Tja, jetzt ist nur die Frage ob der Polizist mit seiner Eifrigkeit durchkommt. Immerhin waren die zwei nicht richtig nackt und auch noch mit einer Decke verhüllt. Zu blöd, dass die beiden nicht schnell genug reagiert und sich angezogen haben.

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  2. Solche leute mag ich ja gar nicht...
    die sich wie moralaposteln aufführen und regelrecht das verbrechen suchen um anderen leuten ärger zu machen!!!
    mary tut mir sehr leid denn es ist sehr peinlich für sie gegenüber ihrem arbeitsgeber joe, der ihre kaution auch noch bezahlt!!
    naja eigentlich bezahlt nadja aber die hat das geld ja von joe.
    LG LARS

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