Dienstag, 27. Mai 2014

In der Kreide stehen

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Tja. Das hätte jedem passieren können.", meinte Nadja. Jetzt wo sie wieder daheim war, im Haus neben Joe saß war von ihrem Zorn über mehr als vier Stunden Autofahrt nichts mehr übrig. Schon jetzt schaute sie Zurück und fand, es war einfach eine amüsante Geschichte. "Haben die beiden gekifft?", fragte Joe nach. Nadja schüttelte sich. "Ha! Das war auch mein erster Gedanke, dass sie zum Kiffen an den Strand gefahren sind. Aber das war es nicht."

Joe legte den Kopf schief. "Was muss man dann in Aberdeen anstellen um auf der Wache zu landen?" "Sex.", grinste Nadja breit. "Sex?", hakte Joe ungläubig nach. "Ich sagte doch, es hätte jedem passieren können. Auch uns. Da läuft ein Cop herum, der in seiner Freizeit mit seinem Hund nach Pärchen jagt. Und Mary und Sascha lagen unter einer Decke in einem Wäldchen. Schwören sie zumindest. Dennoch gilt das als Nacktheit in der Öffentlichkeit und ist verboten."

Ein Schauer lief Joe über den Rücken. Nadja hatte ihm beschrieben, wo sie die beiden wohl erwischt hatten. Und es konnte nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt gewesen sein, wo sie beide es damals getrieben hatten. Vermutlich war es purer Zufall dass man sie nicht erwischt hatte. Damals war Nadja nur wenige Wochen über 16 Jahre alt gewesen. Nicht auszudenken, was das hätte auslösen können. Nadja hatte sein Schauern bemerkt und nickte. "Ja, das war direkt da um die Ecke, wo wir damals waren." "Schwein gehabt!", nickte Joe erleichtert.

"So kann man es sagen. Aber man könnte auch sagen, dass wir Schweinchen gewesen sind.", sie kicherte etwas albern und beugte sich rüber um ihm einen Kuss zu geben. "Wieso gewesen?", fragte Joe grinsend und erwiderte den Kuss. Sie aßen genüsslich weiter. Und in ihnen beiden breitete sich ein merkwürdiges Gefühl aus, als seien sie gerade noch einmal davon gekommen. Auf Nadjas Gemüt legte sich ein wohliger Schleier. Sie würde nach dem Abendessen direkt ins Bett gehen und sie hoffte, noch einige Zärtlichkeiten von Joe abzubekommen.


Mary war froh, als sie wieder in ihrer Wohnung war. Und noch erleichterter war sie, als sie die Nachricht von Nadja im Handy sah. 'Joe nimmt dir nichts übel! Keine Sorge!' Sascha dagegen war ziemlich geknickt. "Ich habe die 450 Dollar nicht, um sie Nadja je zurück zu geben. Ich werde ewig brauchen bis ich das zusammen habe. Mit der Reise habe ich alles Ersparte aufgebraucht." Mary nahm ihn in den Arm. "Gib es zurück, wenn du es hast. Und mach dir keine Gedanken. Du hast doch gesehen, dass es bei denen auf die Summe wohl nicht ankommt." Sascha nickte. Dennoch war ihm die Situation bei jemand, den er kaum kannte, so in der Kreide zu stehen, nicht angenehm.

"Du hattest vorhin am Strand deinen Spaß noch nicht gehabt.", schnurrte Mary schließlich und schob ihn ins Schlafzimmer. Sascha erschauderte. "Stimmt. Du schon!", sagte er etwas keck. "Das holen wir jetzt mal schön nach." Mit einer schwungvollen Handbewegung warf sie ihn aufs Bett.

Kommentare:

  1. Ich kann da Sascha wirklich sehr gut verstehen. Er wird zurück nach Deutschland reisen mit dem Wissen, dass er dem Chef seiner Liebsten (oder eher der Verlobten des Chefs seiner Liebsten, die das Geld vom Chef bekommt) Geld schuldet. Und zwar aus seiner Sicht nicht gerade wenig Geld. Da hilft auch nicht das Wissen, dass für die Beiden ein 1000er nicht viel ist. Für ihn ist es viel. Das genügt ja schon.

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  2. Ich kann sascha auch sehr gut verstehen. schließlich ist es ja auch peinlich und unbehaglich bei jemanden so viele schulden zu haben. Auch wenn mary erstmal für ihn bezahlt weiß er doch dass sie das geld auch gut gebrauchen könnte und er noch lange brauchen wird um das geld zusammen zu kriegen.
    LG lars

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