Freitag, 9. August 2013

Touristenabzocke

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nachdem Mary nun den ganzen Tag mit ihrem Smartphone hantiert hatte ließ Joe es sich nun icht nehmen seinerseits auch einmal die Funktionen zu nutzen um ein Restaurant zu finden. "Vielleicht etwas am Champs Elysee?", schlug er vor, "Da ist ein Laden der hat 18 Bewertungen mit fünf Sternen.", grinste er zu Mary. Doch diese schüttelte den Kopf.

Joe sah sie herausfordernd an. "Was spricht dagegen?" Mary hatte ihrerseits das Handy in der Hand. "Insgesamt 19 Bewertungen. 18 mit Fünf Sternen auf Deutsch, auf Englisch und eine arabische. Die einzige französische Bewertung gibt zwei Sterne. Das ist ein Touristenabzockladen.", erklärte sie fest, "Wir können da gern hingehen, aber ich würde wetten es gibt bessere Restaurants in Frankreich."

Mit einem amüsierten Kopfschütteln quittierte er Mary Ansage. Einmal mehr freute er sich darauf sie nach dem Sommer in der Firma zu haben. Sie war selbstbewusst und widersprach ihm, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie dachte logisch und analytisch und war eine Meisterin im recherchieren und im Umgang mit moderner Technik. Egal in welchem Bereich sie sich später orientieren würde, er würde ihr viel bezahlen um sie zu halten. Doch den Gedanken behielt er für sich.

Nadja hatte dem kleine Zwist etwas erschreckt gelauscht. Sie wollte nicht, dass die gute Stimmung flöten ging und versuchte es diplomatisch. "Joe bezahlt das Essen, also darf er auch das Restaurant aussuchen.", meinte sie in Marys Richtung und hoffte, dass es nicht allzu vorwurfsvoll klang, doch Joe lachte nur. "Lass nur, Süße. Mary ist eine Meisterin der Recherche. Ich wette sie findet einen Laden wo man kein Wort Englisch sprich aber das beste Essen Frankreichs bekommt."

Mary fühlte sich geschmeichelt und errötete fast etwas. Dann nickte sie und deutete auf den Stadtplan auf ihrem Handy. "Hier. In einer kleinen Seitenstraße unweit des Eiffelturms. 350 Bewertungen mit drei bis fünf Sternen. Alle auf einer französischen Seite. Kaum eine in Englisch oder Deutsch." Joe nickte. "Gehen wir da hin." Er hakte Nadja bei sich ein und sie gingen zur Metro um zum Restaurant zu fahren. Nadja war erleichtert, dass die Sache nicht in Streit ausgeartet war.

Wenig später saßen sie auf der kleinen Terrasse im Innenhof des Restaurants. Die meisten kleineren Läden ließen ihre Leute auf dem Bürgersteig sitzen, aber dieser Laden hatte einen herrlichen Hof mit kleinen Bäumen zur Verfügung. Die Sonne war schon hinter den umliegenden Häusern verschwunden, dennoch war es angenehm warm. Auf dem Teil des Hofs, welcher nicht mit der Terrasse belegt war, spielten ein paar Kinder Fußball. Sie waren für französische Verhältnisse recht früh dran für ein Essen und so war noch reichlich Platz an den tischen. Dennoch war, wie Mary prophezeit hatte, von den anderen Tischen nur Französisch zu hören.

"Gut gemacht.", lobte Joe, als sie ihre erste Runde Getränke hatten und versuchten die Speisekarte zu entziffern. "Danke.", sagte Mary und hatte Mühe sich zurückzuhalten um nicht zu zeigen, wie ungemein das Lob sie freute. Das Essen bestellten sie ein wenig mit Übersetzungssoftware und ein wenig auf gut Glück und tatsächlich schmeckte es köstlich.

Kommentare:

  1. Ich bin gespannt ob Marc heute aben kommt

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  2. Es lebe das Internet! Ich falle bei solchen Recherchen immer auf die Nase. Wahrscheinlich dürfte ich bei Joe nur ein paar Briefe sortieren und er wäre froh, wenn ich kündige :)

    So, der Abend naht und Mary freut sich tatsächlich darauf, Marc nochmal zu sehen. Ich möchte wetten, dass ihr noch einige Ideen einfallen, mit denen sie Marc reizen könnte. Und ich bin sicher, die Ideen reizen sie selbst genauso.

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