Montag, 22. März 2010

Wo bleiben?

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Der Anführer klopfte an die Tür zu Nadjas Suite und wartete. Es kam keine Antwort. Etwas besorgt und mit einem unguten Gefühl benutzte er erneut die Ersatzkarte und öffnete die Türe. Vorsichtig ging er hinein. "Nadja? Sind sie da?"

Die Schlafzimmertür war nach wie vor geschlossen und dahinter war ein leises Schluchzen zu hören. "Nadja? Ist alles in Ordnung?", rief er und klopfte an die geschlossene Türe. Als wieder keine Reaktion kam öffnete er auch diese Türe langsam. "Ich komm jetzt rein.", kündigte er an. Aber vergebens.



Nadja saß auf der Bettkante. Der Slip hing immer noch um ihre Knöchel. Weiter war sie noch nicht gekommen. Die Ellenbogen hatte sie auf die Knie gestützt und das Gesicht in die Hände geschlagen. Immer noch weinte sie ein wenig. Sie nahm keinerlei Notiz von dem Mann, der hereingekommen war. Er nahm daraufhin kurzerhand einen Hotelbademantel von der Garderobe und legte ihn Nadja um die Schultern.

"Sie sind in Sicherheit. Wir haben die drei der Polizei übergeben. Aber wir müssen uns unterhalten. Machen sie sich doch kurz frisch und ich warte im Wohnzimmer. Ja?", bat er dann.

Nadja wendete den Kopf und schaute ihn an. Eine Weile passierte nichts. Dann nickte sie langsam und zog die Nase hoch. Wenig später saß sie mit dem Anführer der Bodyguardtruppe am Wohnzimmertisch. Sie hatte es geschafft sich wenigstens den Bademantel ordentlich anzuziehen.

"Wir haben die drei der Polizei übergeben. Aber Ihr Vater hat bereits angedeutet, er könne für eine schnelle Freilassung sorgen. Und ohne eine Aussage von Ihnen werden die so oder so nicht lange festgehalten. Spätestens in 24 Stunden sind die wieder auf freiem Fuß. Denn ich gehe mal nicht davon aus, dass sie vorhaben gegen ihren Vater auszusagen?" Nadja zuckte die Schultern: "Nein. Ich glaube nicht."

"Ich gebe folgendes zu bedenken: Sie sind minderjährig und ihr Vater hat gewisse Bestimmungsrechte. Wenn Sie verschwinden möchten müssten sie das bald tun. In dieser Stadt, und auch in diesem Land werden Sie sich nicht auf Dauer verstecken können. Er hat herausgefunden in welchem Hotel sie schlafen. Das wird er wieder schaffen. Jedenfalls solange sie sich mit ihrer Mutter treffen."

"Und was soll ich nun tun?" Nadja standen nach wie vor die Tränen in den Augen. "Verbringen Sie einen schönen Tag mit ihrer Mutter und Ihren Geschwistern. Und dann verlassen sie das Land, bevor Ihr Vater wieder auf freiem Fuß ist. Ich weiß, das klingt hart aber ich sehe keine echte Alternative. Wenn Ihr Vater sie findet, und sich einmal nichts zu Schulden kommen lässt, dann haben wir keinerlei Handhabe mehr." Nadja sah ihm in die Augen: "Ich muss mich also entscheiden ob ich bei meiner Familie bleiben möchte oder wieder weggehe. Und das noch vor Morgen früh?"

Der Mann sah sie eindringlich an. "Ja. Ich befürchte leider so ist es! Vielleicht können wir sie noch ein oder zwei Tage in der Stadt verstecken. Aber ich zweifle nicht daran, dass Ihr Vater sie finden wird."

"Kann ich bitte allein sein.", flüsterte Nadja und schluchzte leise auf. Tränen hatte sie keine mehr zu weinen. "Natürlich.", sagte der Mann noch leise. "Sie finden uns in Zimmer 308.", fügte er noch hinzu. Dann verschwand er nahezu lautlos und zog die Türe hinter sich zu.

Nadja starrte eine Weile fast apathisch auf die Tischplatte und knetete ihre Hände. Dann fasste sie einen Entschluss.

Kommentare:

  1. Arme Kleine. So allein. Hoffentlich sagt sie gegen den Drecksack aus.

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  2. Sie tut mir so leid mit so einem Vater gestraft zu sein. Ich hoffe nur das sie sich dazu entscheidet da nicht zu bleiben, dass wäre ihr sicherer Tod.

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