Montag, 15. März 2010

Familie

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Fast schon außer Atem bog Nadja vom letzten Treppenabsatz nach oben. Vor der Wohnungstüre war nur ein sehr kleiner Absatz. Wenn dort eine Person steht kann man sagen er ist voll. Dennoch drängelten sich Mama, Lukas und auch Maria dort und starrten mit gebannten Augen nach unten. Kaum einer von ihnen hatte glauben können, dass Nadja wirklich zurück kommen würde. Und jetzt stürzte sie die Treppe hinauf.

Sie konnte nicht auf den Absatz kommen, weil dort die drei standen und sich schon eng aneinander drängelten. Noch hatte keiner ein Wort gesprochen sie sahen sich nur mit großen Augen an. Schließlich quetschte Nadja ein: "Hallo.", heraus.



Maria kletterte die Stufe zu Nadja herunter. Oberhalb blieb sie stehen und umarmte ihre große Schwester: "Schön, dass du da bist!", flüsterte sie ihrer großen Schwester leise ins Ohr. Mama kämpfte mit der Beherrschung und den Tränen. Dann schließlich nickte auch sie: "Willkommen zurück, Nadja!" Und sogar ihr ach so cooler großer Bruder raunte ein: "Hallo Schwesterchen!" Aber man könnte hören wie dick der Kloß war, der ihm im Hals steckte. "Ich freu mich auch euch zu sehen.", gab Nadja dann zurück und hielt immer noch die kleine Maria im Arm. "Darf ich reinkommen?"

Die beiden anderen wichen in die Wohnung zurück und Nadja nahm die kleine kurzerhand hoch und trug sie an sich hängend in die Wohnung. Dort erst gab es schließlich das große Hallo und man umarmte sich und ihre Mutter konnte gar nicht aufhören ihre zurückgewonnene Tochter zu drücken.

Nadjas Vater war im Wohnzimmer sitzen geblieben. Als sie alle hereinkamen stand er kurz auf und gab seiner Tochter die Hand: "Schön, dass du wieder da bist.", sagte er knapp und emotionslos. Er wich ihren Blick aus.

Doch sie nahm kaum Notiz von seiner kühlen Art. Er war noch nie der Mensch der großen Gefühle gewesen und so beschäftigte sie sich mit den anderen. "Ich hab euch tolle Sachen mitgebracht!", erklärte sie dann stolz und nahm endlich den Rucksack von den Schultern. "Euch allen!", grinste sie fröhlich und sah dabei zu ihrem Vater, der nach wie vor eigentlich mehr Augen für den Fernseher hatte.

Dann verteilte sie die Geschenke. Zuerst bekam Maria ihre Kette. Sie war hin und weg, genau wie ihre Mutter von den Ohrringen. "Wunderschön! Danke!", kam es von beiden einhellig. Lukas starrte gebannt auf den Rucksack. Er hoffte auf ein cooles Geschenk und Nadja zog das sorgsam verpackte T-Shirt heraus. Sie hatte seinen Geschmack voll getroffen und ihm fiel die Kinnlade herunter. "Wow. Das ist ma cool! Danke Schwesterchen!", hauchte er überwältigt. Nadja freute sich, dass sie offensichtlich die Geschmäcker so gut getroffen hatte. Dann wandte sie sich ihrem Vater zu:

"Ich hab dir auch was mitgebracht.", sagte sie leise und zog die Pfeife hervor. "Das wäre nicht nötig gewesen!", erwiderte der nur kalt. Er schaute auf die Pfeife. Sie war wunderbar und kaum auszusprechen, wie lange er für so was würde sparen müssen. Kurz entgleisten seine Gesichtszüge. Dann nahm er sie entgegen und legte sie sofort weg. "Danke." Es war als spuckte er die Worte aus und Nadja ins Gesicht. Sie spürte wieder einen fiesen Stich im Bauch. Er hatte ihr nicht verziehen. Und er wollte sich auch nicht kaufen lassen. "Papa, es tut mir leid, dass ich weggelaufen bin.", versuchte sie ihn zu besänftigen. "Schon ok mein Kind. Jetzt bist du ja wieder da." Jetzt klang er gütig.

Mama teilte die Spannung indem sie verkündete sie bräuchte Hilfe beim Mittagessen. "Ich helf dir gern!", lächelte Nadja und ging mit ihrer Mama in die Küche.

Kommentare:

  1. Ohje, das ist nicht gerade die Art von Willkommen, die man sich vorstellt. Es bleibt spannend.

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