Freitag, 5. März 2010

...and have a nice day!

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Mit ehrfürchtiger Miene betrat Nadja das Flughafen Terminal des La Guardia Flughafens in New York. Einen solchen Palast hatte sie noch nie gesehen. Einmal vor Jahren, war sie mit ihrer Mama am Flughafen von Kiew gewesen um eine Tante abzuholen. Aber das war mit diesem Monstrum eines Flughafens nicht im geringsten zu vergleichen.

Felix hatte versprochen es würde ein Wagen mit Fahrer auf sie warten, um sie zu ihrem Hotel zu bringen. Während sie dem Strom der Passagiere folgte wurde ihr bang. Was, wenn der Fahrer nicht da wäre? Was, wenn sie ihn nicht finden würde? Sie verdrängte den Gedanken und wartete nun am Gepäckförderband darauf, dass ihr Koffer herauskommen würde. Unglaubliche Aufregung machte sich breit. Und immer wieder sah sie sich um und versuchte Gesprächsfetzen zu verstehen. Ihr Englisch war nicht besonders gut und so beschränkte sich, was sie verstand auf einzelne Worte.



Das Förderband lief an und gleich als drittes purzelte ihr Koffer aus dem Loch. Überglücklich, dass dies schon mal geklappt hatte, nahm sie ihn vom Band und folgte den Schildern Richtung Ausgang. Den Pass bereit in der Hand näherte sie sich den Schaltern für die Visumskontrolle. Auch hierauf hatte Felix sie vorbereitet. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Anstandslos gab der Kontrollbeamte den Pass zurück nachdem er das Visum kontrolliert hatte. "Welcome to New York City and have a nice day.", wünschte er. Und Nadja passierte den Schalter.

Draußen in der Wartehalle stand ein riesiger Pulk von Menschen. Hier würde sie den Fahrer nie finden. Da war sie sich sicher. Aber das brauchte sie auch nicht. Noch während sie ziellos durch die Halle spazierte und immer noch vollkommen fasziniert alles betrachtete packte sie ein Mann von gut 50 Jahren in Chauffeursuniform am Arm und sprach sie auf Ukrainisch an. "Hallo Nadja. Du bist doch Nadja?" Er hatte einen starken amerikanischen Akzent. Freundlich lächelte er Nadja an. Er trug ein kleines Schild auf das "Nadja" geschrieben stand. Freudig nickte sie. "Ja, ich bin Nadja. Sind Sie mein Fahrer?" "So sieht’s aus kleines Fräulein. Kommen Sie doch mit. Ich nehme den Koffer." Und schon hatte er ihr den Koffer abgenommen und geleitete sie galant zu einer Limousine, welche im Parkverbot vor dem Terminal stand.

Achtlos warf er den Strafzettel, der an der Scheibe klebte auf den Beifahrersitz und hielt Nadja formvollendet die hintere Wagentür auf und ließ sie Platz nehmen. Das Gepäck verschwand im Kofferraum der Limousine und dann ging die Fahrt los. Nadjas Herz schlug bis zum Hals. Bisher hatte alles bestens geklappt. Aber sie war immer noch tausende Kilometer von zu Hause entfernt. Doch wie hatte Felix gesagt: "Mach dir zwei schöne Tage in New York." Und Nadja stierte aus den verspiegelten Fenstern des Wagens. Amerika war der Wahnsinn. Alles war riesig groß und voller Menschen. Und nun fuhren sie auf Manhattan zu. Die legendäre Skyline von New York tauchte vor dem Fahrzeug auf.

Nadja klappte der Unterkiefer herunter. Sie hatte natürlich schon oft Fotos gesehen. Aber dies war einfach überwältigend. Und hier sollte sie also zwei Tage verbringen. Langsam machte sich das Bewusstsein breit, dass sie zwei Tage in einer der tollsten Städte zu verbringen hatte. Dazu hatte sie 500 Dollar in bar und drei Kreditkarten. Sie ließ sich in den bequemen Sessel der Limousine sinken und setzte ein breites Grinsen auf. Das würden tolle zwei Tage werden.

Nadja war so fasziniert, dass sie nicht bemerkte, wie ihrem Wagen ein weiterer Wagen folgte. Darin saßen zwei ziemlich finster dreinblickende Kerle in schwarzen Anzügen. Und sie hatten die Limousine mit Nadja und ihrem Fahrer die ganze Zeit genauestens im Blick.

Kommentare:

  1. Och Mann.. kaum wieder in der großen weiten Welt alleine und schon sind dunkle Gestalten hinter der Kleinen her.

    Was macht sie mit den Kreditkarten? Schuhe kaufen? ;)

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  2. ürks, ich hatte mich etwas auf positive Erfahrungen gefreut. Die arme Nadja, da erahne ich schlimmstes.

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