Mittwoch, 3. März 2010

Der Keller

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Flackernd gingen die Leuchtstoffröhren an der Decke an und erhellten den riesigen Raum. Ga'ilana und Nadja standen an der Türe und Nadja kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Sie waren eine versteckte Treppe hinuntergegangen in den Keller unter dem Hauptgebäude in der Mitte des Parks und hatten dort den Kellerraum aufgeschlossen, in dem sie nun standen. Nadja war etwas unwohl gewesen in einen Keller zu gehen. Zu schlecht waren die Erinnerungen an den letzten Keller, den sie betreten hatte. Und nun stand sie da mit offenem Mund.

Der gesamte Raum war vollgestellt mit rollbaren Kleiderständern. Einer wie der andere davon war voll mit Klamotten. Von der Unterwäsche in praktisch bis sexy über normale Kleidung wie Jeans und Shirts bis hin zu hübschen Cocktail- und Abendkleidern. Es sah aus wie die Boutique der Träume. Am Eingang war eine Ecke mit Spiegeln aufgestellt um sich zu betrachten und in einem Regal waren etliche Koffer untergebracht. "Das ist doch der Wahnsinn.", entfuhr es Nadja. "Wo kommt das alles her? Das sind die tollsten Klamotten, die ich je gesehen habe."



"Na wenn wir in Urlaub fahren oder sonst wohin, dann kauft sich die ein und andere natürlich immer mal wieder was hübsches oder was praktisches zum Anziehen. Und wenn wir hier wieder ankommen wird es gewaschen oder gereinigt und hier unten aufbewahrt. Und wann immer eine von uns in die weite Welt fährt kann sie hier hingehen und sich die Klamotten zusammen sammeln, die sie braucht." Nadja starrte immer noch fassungslos über die unzähligen Kleiderständer. "Und das heißt ich kann mir jetzt Klamotten zusammenstellen, wie ich will?" Ga'ilana nickte: "So viel du tragen kannst. Ich würde dir raten einen Koffer voll zu machen."

Ehrfürchtig verharrte Nadja noch immer an der Türe, während ihre Freundin etwas praktischeren Sinn entwickelte und sich eines Koffers bemächtigte. Geöffnet wurde er auf einen bereitstehenden Tisch gelegt. "So. Den machen wir jetzt voll!", entschied sie. "Angefangen wird bei Unterwäsche."

Nadja nickte nur ergeben während Ga'ilana einen Ständer mit Unterwäsche nach vorne rollte. Alles war fein nach Größen sortiert. Mit fast zitternden Händen berührte Nadja den Stoff als sie die ersten Teile vom Haken nahm. Sie war jetzt noch nicht einmal seit zwei Wochen auf dieser FKK-Insel und schon fühlte sich Stoff merkwürdig an. Merkwürdig aber gut.

Mit mehr und mehr Enthusiasmus begann sie anzuprobieren was sie haben wollte. Noch nie hatte sie so edle Klamotten besessen. Nach der Unterwäsche kamen Jeans an die Reihe und wie eine zweite Haut zog sich der weiche Stoff über ihren Körper. Sie fand immer mehr Gefallen an diesem Spiel und verstand auch nach und nach wieso Felix gewarnt hätte es müsste Ordnung herrschen.

All die Klamotten, die sie anprobierte und die ihre nicht gefielen oder nicht passten landeten auf einem Haufen. Es würde eine Weile brauchen, das alles wieder einzusortieren. Aber für den Augenblick war das egal und schließlich war der Koffer mit allem gefüllt, was Nadja sich erträumt hatte. Designer Jeans wie hübsche Röcke und Kleider. Sie dachte an die letzten Klamotten die sie getragen hatte bevor sie von Tom geholt worden waren und verabscheute im Nachhinein noch mehr die nuttigen Kleidchen und viel zu knappe Unterwäsche. Das war auch nicht besser gewesen als Nackt zu sein.

Aber in dieser Kleidung fühlte sie sich wohl. Schließlich war der Koffer gefüllt. Ga'ilana grinste. "Das ist immer das beste am Wegfahren." Nadja ließ sich auf einen Stuhl fallen und kicherte ebenfalls: "Nen ganzen Koffer Klamotten einkaufen und nix dafür bezahlen. Das ist wirklich das Beste."

Etwas angewidert sahen die beiden auf den Haufen mit den abgelehnten Klamotten. "Das müssen wir wirklich noch wegräumen?" "Oh ja. Sonst zieht Felix uns die Ohren lang."

Mit anfangs etwas schmollendem Gesicht fing Nadja an mit ihrer Freundin die Sachen ordentlich wegzuhängen. Als sie fertig waren, war es Zeit fürs Abendessen. Schnell noch den Schlüssel weggebracht und dann saßen sie auf der Wiese am Pool und mümmelten Obstsalat. "Das Essen hier wird mir fehlen.", sinnierte Nadja. Ga'ilana starrte sie etwas fassungslos an. "Hast du vor bei deiner Familie zu bleiben?"

"Ich weiß es nicht, Liebes. Ich weiß es nicht!"

Kommentare:

  1. Und wenn sie bei ihrer Familie bleibt, hat sie quasi Geld und Klamotten geklaut?

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