Donnerstag, 18. März 2010

Wieder ein VW-Bus

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Alle horchten auf. Noch ehe jemand reagieren konnte wurde erneut gegen die Tür gehämmert: "SOFORT AUFMACHEN!", kam die lautstarke Anweisung von draußen. Verstört ließ Papa von Nadja ab und ging zur Türe. Er hatte die Klinke noch nicht ganz heruntergedrückt, da wurde die Türe von außen aufgestoßen, so dass er zurücktaumelte.

Nacheinander schossen vier Kerle im Format eines Kleiderschranks, bekleidet mit Jeans und schwarzen T-Shirts durch die Türe herein und drängten sich in die Wohnung. Der erste, war wohl ihr Anführer. Er peilte kurz die Lage und machte dann mit der Hand und dem Kopf nur angedeutete Gesten. Einer stellte sich bedrohlich neben Ivan, der zweite neben Papa und die beiden übrigen beiden positionierten sich rechts und links neben Nadja.



Die ganze Aktion hatte kaum drei Sekunden gedauert. Alle starten völlig perplex in die Gegend. Papa wollte sich wieder seiner Tochter bemächtigen und machte einen Schritt auf sie zu. Sofort versperrten ihm die beiden neben Nadja den Weg und der Anführer, der sich neben ihn gestellt hatte, packte ihn an der Schulter. "Nein! Sie werden sie nicht anfassen!"

Seine Bewegung erstarb und er schluckte. Alle Augen waren auf Nadja gerichtet. Wer waren diese Kerle und wo kamen sie her? "Nadja was ist hier los?", wollte er dann wissen. "Papa ich hab dir gesagt, ich will Ivan nicht heiraten."

Ihr Blick wanderte in die Runde Ivan stand neben seinem Bewacher und sah aus, als würde er sich jeden Augenblick in die Hose scheißen. "Und ich hab dir gesagt du wirst ihn heiraten! Das ist mein letztes Wort.", konstatierte Papa, der so langsam seine Fassung wiedererlangte. Nun mischte sich der Anführer der Truppe ein: "Zwangsverheiratungen sind unzulässig. Diese Hochzeit wird nicht stattfinden.", erklärte er in ruhigem und sachlichem Ton.

Nadjas Herz schlug immer noch bis zum Hals. Schon wieder wurde sie von Leibwächtern gerettet. Aber nun war es unmöglich ihrer Familie noch die Geschichte von der kleinen Krankenschwester in Deutschland zu erzählen. Sie seufzte leise auf und Tränen stiegen ihr in die Augen.

Ein Augenblick der Stille entstand und Papa rang weiter um seine Fassung. Er fand sie wieder: "Sie alle verschwinden augenblicklich aus meiner Wohnung!" Der Anführer nickte: "Ihr habt ihn gehört. Nadja? Begleiten sie uns oder möchten sie hier bleiben? Ich rate dringend mit uns zu kommen!"

Nun war es um Nadja geschehen. Sie schniefte und Tränen liefen ihr die Wangen hinunter. "Ich verabschiede mich nur noch.", erklärte sie dann und ging als erstes zu ihrer Mama. Papa und Ivan hatte man losgelassen, aber ihre beiden Wächter blieben noch bedrohlich nahe stehen. Bereit jederzeit auszuholen, wenn es notwendig werden sollte.

"Lauf nicht wieder weg!", flüsterte ihre Mama und drückte sie fest an sich. Nadja schüttelte den Kopf: "Ich habe ein Hotel. Ich wohne im Radisson. Komm mich mit Maria und Lukas dort besuchen." Mama nickte. Es war eine Qual für sie schon wieder ihre Tochter gehen zu sehen nur weil ihr Mann sie mit dieser dämlichen Hochzeitsidee vertrieben hatte.

Dann verabschiedete sich Nadja noch von den übrigen. An Ivan und ihrem Vater ging sie erhobenen Hauptes vorbei. Als sie durch die Türe ging wurde ihr das Herz so schrecklich schwer. Vor ein paar Wochen noch hatte Steffen gefragt, ob der Grund aus dem sie weggelaufen war wohl jetzt beseitigt wäre. Er war es nicht. Sie konnte hier nicht bleiben ohne von Papa immer und immer wieder mit diesem üblen Typen traktiert zu werden.

Stumm weinte sie ihre Tränen als die Bodyguards sie in den VW-Bus schoben und zum Hotel fuhren. So hatte das nicht laufen sollen.

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