Dienstag, 2. August 2011

Eine Lektion

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja brauchte über eine halbe Stunde um Lilian von ihrer tatsächlichen Krankheit zu überzeugen. Sie hatte den bohrenden Fragen der Schwester einfach nichts entgegen zu setzen. Sie nahm sich fest vor, beim nächsten Mal mit einer besser vorbereiteten Geschichte aufzutauchen. Für dieses Mal war es aber so gerade noch so gut gegangen. Lilian hatte schließlich sogar nach einer möglichen Schwangerschaft gefragt. Doch Nadja war nur die Röte ins Gesicht geschossen. Auf so etwas war sie nicht vorbereitet gewesen.

Endlich saß sie in ihrem Wagen und steuerte ihn vorsichtig vom Parkplatz. Lilian hatte gefragt, wie sie nach Hause kommen würde. Es war ihr zwar nicht wirklich recht gewesen, dass Nadja noch selbst fuhr, dennoch hatte sie es bei Ermahnungen belassen und gefühlte 1000 mal wiederholt, dass Nadja auf jeden Fall sehr vorsichtig fahren sollte.

Über all die Fragen und die Gedanken ans Krank sein war Nadja tatsächlich ein wenig flau im Magen geworden. So langsam erst verging dieses Gefühl während der Fahrt und die Gedanken an Mary und Gretchen kehrten zurück. Was mit den Beiden vorgefallen war, und was ja auch der eigentliche Grund für ihr Schwänzen war, war total in den Hintergrund gerückt. So sehr hatte sie sich darauf konzentriert der Schulschwester das Leidensgesicht vorzuspielen. Mit der Erinnerung kehrte auch die Verbitterung darüber zurück.

Warum hatten die beiden sie jetzt so geschnitten? Was war mit Gretchen los und vor allem, wie hatte sie Mary damit angesteckt? Mitten auf dem Highway kämpfte Nadja wieder erneut mit den Tränen und sie hatte Mühe bis zu Hause durchzuhalten. Doch endlich stand der Wagen vor der Türe. Den Weg in die Tiefgarage unter dem Haus sparte sie sich. Sie ließ den Wagen einfach stehen und rannte an Geoffrey vorbei ins Haus. "Heute bitte keinen Besuch mehr und auch keine Anrufe.", kommandierte sie noch im Reflex. Dann verschwand sie in ihrem Zimmer und warf sich aufs Bett.


Mary war während der Stunde kaum gefolgt. Sie konnte den Gedanken an Nadja einfach nicht abschütteln. Sicher hatte sie ihr eine Lektion erteilen wollen. Aber sie sollte doch nicht gleich weglaufen. Kaum, dass die Stunde um war, zückte sie ihr Handy und wählte Nadjas Nummer an. Doch sie bekam keine Verbindung. Nadjas Handy war abgeschaltet. So schnell es ihre Konstitution erlaubte eilte sie zum Parkplatz. Die Stelle, wo heute Morgen Nadjas Wagen gestanden hatte, war leer. Sie war also nicht mehr in der Schule. Schon läutete die Glocke wieder die nächste Stunde ein. Sie musste sich beeilen um noch rechtzeitig zum Unterricht zu kommen. Aber in der nächsten Pause würde sie versuchen Nadja daheim zu erreichen.

Kommentare:

  1. Tja, jetzt müssen die Drei mal an ihren Beziehungen zueinander arbeiten. Ehrlichkeit von allen Seiten wäre da sicherlich angebracht.

    Mary hat ebenso überspitzt reagiert wie Gretchen. Und Nadja gewissermaßen auch, aber ihre Reaktion ist zumindest nachvollziehbar.

    So kanns gehen, wenn man den anderen einfach keine bösen Gedanken unterstellen kann. Es verwirrt und verletzt dann, wenn unerwartete Reaktionen folgen. Nadja tut mir schon ein wenig leid. Hoffen wir mal, dass sich das aufklärt.

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  2. Nadja wollte doch niemandem was Böses und konnte ja nicht Ahnen dass Gretchen so Eifersüchtig war woher sollte sie das wissen. Ich finde Mary war auch ziemlich hart zu ihr

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