Mittwoch, 10. August 2011

Alle komisch im Haus

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Aufgeregt wartete Nadja auf Joe. Immer wieder kontrollierte sie ihr Outfit im Spiegel, als könne es sich seit dem letzten Blick vor fünf Minuten von allein verändert haben. Aber jedes Mal musste sie zufrieden lächeln. Denn sie fand selbst, dass es ihr ausnehmend gut stand. Endlich war es soweit und Joes Limousine fuhr vor. Fast schon Reflexartig wollte sie hinunterrennen um Joe zu begrüßen. Aber im letzten Augenblick entschied sie sich dafür auf dem Zimmer zu bleiben und ihm Desinteresse vorzuspielen.

Geoffrey eilte aus dem Haus um die Autotüre aufzuhalten, wie es sich für einen Butler gehörte. Er bekam immer von der kleinen Wachstation, welche die Zufahrt zur Siedlung kontrollierte eine Nachricht, wenn Besuch für das Anwesen einfuhr. Auf diese Weise schaffte er es stets rechtzeitig vor der Türe zu stehen, wenn jemand ankam. Immer noch hatte er, trotz des guten Ausgangs der Aktion mit den Mädchen vorhin ein wenig schlechtes Gewissen.

Mit Schwung öffnete er die Autotüre und geleitete Joe so galant heraus. "Guten Abend Geoffrey." Joe stieg aus, streckte sich kurz und stopfte seinen Tablet-PC in die Aktentasche. "Guten Abend, Master Joe.", erwiderte Geoffrey und nahm die Tasche an sich. Wieder kam der Reflex hoch, die Geschichte vom Nachmittag zu beichten. Lieber wollte er zuerst seine Version darstellen, als das Nadja im schlimmsten Fall Joe etwas erzählte, was ihn noch schlechter dastehen ließ, als es ohnehin der Fall war.

"Haben Sie irgendwelche Wünsche, Sir?" hakte Geoffrey gewohnheitsmäßig nach. Joe schüttelte den Kopf. "Vielen Dank. Nein. Das Essen, wie gewohnt. Sonst nichts.", lächelte er und begann die Treppe zum Haus hinaufzugehen. Geoffrey eilte ihm hinteher. "Vielleicht dürfte ich kurz noch erwähnen, was sich am Nachmittag hier zugetragen hat?", versuchte er es nun etwas unbeholfen. Joe drehte sich verdutzt um. "Es gab Ärger?" "Nun, Sir, nicht direkt. Miss Nadja kam verfrüht aus der Schule und verlangte niemand zu sprechen. Allerdings kamen zum gewöhnlichen Schulschluss zwei der Freundinnen vorbei und baten darum Miss Nadja zu sprechen. Sie wollten einen Streit beilegen."

Joe schaute etwas verwirrt. War das wirklich seine Angelegenheit? Warum erzählte Geoffrey im das? "Und dann?", hakte er nur nach. "Ich habe die Mädchen in den Salon geführt und Miss Nadja darüber informiert. Ich war der Meinung, es sei vielleicht besser, die Geschichte zu erledigen, ehe sie eskaliert." Joe zuckte nur die Schultern. "Okay.", meinte er recht stumpf. Es kam ihm sehr komisch vor, dass Geoffrey ihm davon erzählte. Schließlich war das eher eine Angelegenheit zwischen Nadja und ihren Freundinnen. "Ich wollte sie nur in Kenntnis setzen.", rechtfertigte er sich und kam sich dabei merkwürdig vor. Als hätte er Nadja verpetzt.


Nadja wartete sehnsüchtig in ihrem Zimmer. Sie hatte sich auf den Bauch aufs Bett gelegt und streckte die Beine in die Luft. Ein Buch lag aufgeschlagen vor ihr und sie versuchte möglichst desinteressiert auszusehen. Hoffentlich würde Joe darauf anspringen. Endlich hörte sie seine Schritte auf der Treppe. Dann klopfte es an der Türe. "Jaaaa?", rief sie gedehnt. Joe steckte den Kopf zur Türe hinein. "Hallo Süße." Er schaute sie geradewegs an. Nadja hatte Mühe ein Grinsen zu verbergen. "Hi.", meinte sie nur und spürte schon wie das Kichern aus dem Bauch heraufrollte. "Alles klar bei dir?", fragte Joe etwas verdutzt. Waren denn heute alle komisch hier im Haus? "Jaa.", grinste Nadja nur weiter und versuchte wieder mit gelangweiltem Gesicht aufs Buch zu starren. Endlich kapierte Joe und kam ins Zimmer.

Kommentare:

  1. Also wirklich! Da verpetzt Geoffrey Nadja nicht nur, er ist auch indiskret! Macht man sowas? Pfui! Hätte Nadja sich beschwert, hätte er würdevoll seiner Version hinlegen und darauf vertrauen können, dass Joe wegen eines ohnehin beigelegten Streits nicht einen bewährten Butler vor die Tür setzt.

    Manchmal ist Joe aber auch etwas begriffsstutzig. Da liegt sein Mädel lasziv auf dem Bett und er springt nicht gleich an. Oh mann.. ein Mann!

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  2. also das es ihm schnurz egal ist glaub ich nun nicht, wenn nadja probleme hat können die ja auch beziehungstechnisch sein und damit ist es auch sein problem weil die beziehung zum jetzigen zeitpunkt verboten aber wie heißts so schöön scheiss egal ... "erlaubt ist was gefällt" :D

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