Samstag, 28. Juni 2014

Zeit fürs Krankenhaus

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja wartete bis der Schmerz wieder vorbei war. Sie massierte ihre Schläfen um sich besser konzentrieren zu können. Krampfhaft dachte sie an die Worte ihrer Hebamme und versuchte sich zu erinnern, was die wohl gesagt hatte, wann es Zeit wäre ins Krankenhaus zu fahren. Waren das jetzt wirklich Wehen? Oder war das jetzt wieder einfach nur eine andere Sorte Schwangerschaftsschmerzen?

Sie wählte die Nummer an und wartete ungeduldig bis abgenommen wurde. Endlich hatte sie die resolute Stimme am anderen Ende. "Hallo Nadja.", wurde sie begrüßt. "Hallo, ich... also. Ich glaub ich habe Wehen. Zwei Mal jetzt. Dazwischen lagen 26 Minuten.", erklärte sie und hoffte, dabei nicht allzu dumm zu wirken. "Genau auf die Uhr gesehen, braves Mädchen.", lachte die Hebamme, "Hast du dein Fruchtwasser noch?" "Woran merke ich das?", fragte Nadja etwas überfordert. "Dann hast du es noch. Die Schweinerei bleibt selten verborgen.", kam es wieder von der anderen Seite.

"Zeit fürs Krankenhaus?", fragte Nadja etwas bang. "Ja, Süße. Zeit fürs Krankenhaus. Fahr vor, sag deinem Schatz Bescheid und schick die Krankenhaushebamme weg. Ich bin in einer guten Stunde da. Das ist mit Sicherheit noch mehr als früh genug. Aber jetzt nicht mehr trödeln." "Mach ich!", versprach Nadja und sie verabschiedeten sich. Nadja atmete tief durch und ging zu Rebecca ans Büro.

"Das war's dann. 26 Minuten vom einen zum nächsten Mal. Ich habe grad meine Hebamme angerufen. Sie trifft mich im Krankenhaus. Ich fahre dann jetzt." Sie kam sich komisch vor. Es war Wochenende, ohnehin Zeit zu gehen. Der Gedanke, dass sie nach dem Wochenende wohl nicht würde wiederkommen, war merkwürdig. Nach dem Wochenende würde nichts mehr so sein, wie vorher. "Das ist toll. Ich freu mich so für dich. Soll ich dich fahren? Oder einen Krankenwagen rufen?", bot Rebecca an.

Nadja zuckte ratlos die Schultern, "Ich bin selbst her gefahren, ich kann auch selbst grad rüber zum Krankenhaus fahren. Außerdem stünde doch sonst mein Auto hier. Dann müsste Joe es holen.", meinte Nadja. "Deine Ruhe möchte ich haben.", lachte Rebecca. Sie erhob sich von ihrem Schreibtisch und drückte Nadja fest an sich. "Ich wünsch dir alles Gute! Bleib so ruhig und so locker, dann läuft es ganz von allein." Nadja nickte. Sie hatte keine Ahnung wie es jetzt weiter gehen würde. Mit der ersten Wehe schienen alle guten Ratschläge und das Wissen aus dem Kurs gelöscht.

Rebecca brachte sie noch zum Wagen. Sie warteten kurz noch ab, bis die nächste Wehe vorüber war. Diesmal waren es 28 Minuten gewesen. Aber so fühlte sich Nadja sicher, dass sie nicht mitten auf der Straße von der nächsten überrascht wurde. Es waren keine 15 Minuten Fahrt bis zum Krankenhaus. Joe hatte sie auch schon angerufen und er wollte sich sofort auf den Weg machen. Ein letztes Mal drückte Rebecca Nadja im Parkhaus an sich. "Wir kommen dich auch besuchen, nächste Woche, wenn du dich wieder fit fühlst.", versprach sie.

Dann stieg Nadja ein und fuhr los.

Kommentare:

  1. Ich glaub ja nicht wirklich, dass Nadja ruhig ist. Eher pragmatisch. Allerdings steht ihr Auto dann wohl am Krankenhaus herum :-) Aber Joe kommt ja und wird es dann mitnehmen. Ich stelle es mir auch komisch vor, von jetzt auf sofort plötzlich in einer Zeit zu leben, die spürbar schnell der Vergangenheit angehören wird. Und sie kann nichts mehr ändern. Will sie sicherlich auch nicht, aber noch hat sie Zeit, darüber nachzudenken. Wenn die Geburtswehen eintreten, wird sie keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Viel Glück, kleine Nadja. Jetzt wirst du selbst Mama. Und vergiss dabei nicht, deine eigene Mama anzurufen. Die wird sich jetzt auch seltsam fühlen :)

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  2. Ich bin wieder da! Frisch aus dem Urlaub.
    Und jetzt habe ich auch eine menge stoff zum Lesen. ich freue mich:)
    Jetzt kommt also endlich das kind. und nadja reagiert sehr vernünftig.
    Mal sehen wie joe mit der situation umgehen wird:)
    LG Lars

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