Samstag, 2. August 2014

Mehr Bedenken

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

"Ich hatte noch nie eine junge Mutter die sich über Langeweile beklagt hat.", grinste Madison und reihte die glucksende Ayleen zu Nadja zurück. Nadja zuckte auf ihre Bemerkung nur die Schultern. "Sie ist super drauf. Alles bestens mit ihr.", kommentierte Madison noch ihren Befund zu Ayleen. "Sie ist ein richtiger Sonnenschein. Immer fröhlich.", lächelte Nadja nd stupste mit ihrer Nase an Ayleens Nase, was erneut ein paar fröhliche Laute aus dem kleinen Mund herausbrabbeln ließ.

"Und es reicht dir nicht, einfach daheim zu sein?", fragte Madison vorsichtig. "Du hast doch auch einen Job.", konterte Nadja. "Ich war nach jeder Geburt ein ganzes Jahr zu Hause.", gab Madison zurück. Nadja presste etwas schmollend die Lippen aufeinander. "Mir ist langweilig.", maulte sie noch einmal. "Das kommt wohl davon, wenn man Personal hat, dass einem den ganzen Nervkram abnimmt. Du musst auch nicht selbst waschen, oder?" Nadja grinste etwas schief. "Ich kann die Maschine bedienen." Madison lachte.

"Tja, kaum muss man nicht putzen, kochen, waschen oder aufräumen, schon wird es mit einem Kind nach 14 Tagen langweilig." Sie schüttelte lachend den Kopf. "Meine Freunde aus der Schule sind alle weg. Meine Freunde aus der Arbeit gehen, logischerweise, zur Arbeit. Und meine beste Freundin hat einen anspruchsvollen Job mit Studium zusammen angenommen, die sehe ich quasi gar nicht mehr. Ich bin den ganzen Tag hier mit der Kleinen.", erläuterte Nadja noch einmal ihre Situation.

Madison zuckte die Schultern. "Also für gewöhnlich soll ich den Männern eher den Männern erklären, warum ihre Frauen auf gar keinen Fall schon arbeiten gehen können. Und du möchtest das Gegenteil, aber mir soll es doch egal sein. Es bleibt dabei, was ich gesagt habe. Übernimm ich körperlich bitte nicht. Du bist keineswegs wieder so fit, wie du dich vielleicht fühlst. Du hast etwas hinter dir, was ich arg mitgenommen hat und seitdem nicht ein einziges Mal ausgeschlafen. Da schleppt man so einiges hinterher. Und was die Kleine angeht: Solange sie keiner mit Pocken anhustet wird ihr weder dort noch hier etwas passieren."

Nadja nickte eifrig. "Also kann ich wieder zur Arbeit, so ein, zwei Tage die Woche?", beharrte sie auf einer Antwort. "Du kannst tun was du willst. Ich bin kein Arzt, der dich krank schreibt. Du sollst dein Leben genießen. Du hast grad das schönste geschenkt bekommen, was eine Frau kriegen kann: Ein Baby. Und ein Süßes noch dazu. Du solltest jede Sekunde mit der Kleinen auskosten." Nadja zog ein wenig ein Schmollgesicht. Es war einfach kein: 'Geh ruhig arbeiten.', aus Madison heraus zu bekommen. Madison bemerkte den Gesichtsausdruck. Sie strich Nadja über die Wange und durchs Haar. "Süße, nicht schmollen. Wenn du glücklich damit bist, dich ins Büro zu setzen, dann tu das.", sagte sie fest. Nadja seufzte. Niemand schien sie so richtig zu verstehen. Sie schaute Ayleen an, die fröhlich vor sich hin brabbelte und die ihr ganzes Mündchen mit Sabber verschmiert hatte.

Kommentare:

  1. Vielleicht ist das auch typisch für eine Frau direkt nach der Geburt. Wenn sie schon keine postnatale Depression hat, ist sie unentschlossen und fühlt sich missverstanden. Was will sie denn? Ihren Joe faucht sie an, weil er ihr Luxus und Ruhe schenken will, statt sie einfach arbeiten zu lassen und gibt sich selbstbewusst bzw. entschlossen und bei Madison will sie eine Erlaubnis, am besten noch schriftlich. Soll sie doch einfach gehen und arbeiten und gut ist. Sie kennt ihren Körper selbst und vielleicht merkt sie dann auch, was alle mit körperlicher Anstrengung meinen. Klar, früher wurden die Kinder auf dem Feld geboren, auf den Rücken geschnallt und Mama hat weiter geschuftet. Aber wir leben nun mal eben nicht mehr wie früher. Also ab und geh arbeiten, Nadja.

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  2. so seh ich es auch!
    sie lässt sich doch sowieso von niemandem etwas sagen. sie möchte nur eine bestätigung für sich selbst und wenn sie diese nicht kriegt mault sie rum, und geht aber trotzdem zur Arbeit*kopfschüttel*
    LG Lars

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