Mittwoch, 4. Dezember 2013

Lost in Tokio

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Nadja schaute sich vor der U-Bahn-Station um. Doch nichts erinnerte sie hier an die Umgebung von ihrem Hotel. Sie prüfte noch einmal das Schild über dem Eingang. Es war der Name, den sie geglaubt hatte, es sei der richtige. Doch offensichtlich war es falsch. Sie befand sich mitten in einem Industriegebiet. Ströme von Menschen zogen an ihr vorbei und verteilten sich in die Straßen und betraten die mehrstöckigen Verwaltungsgebäude. An einer Toranlage hatte sich eine lange Schlange gebildet, wo Arbeiter in blauen Overalls artig warteten, bis sie hinein konnten.

Offensichtlich war sie weit außerhalb der Stadt gelandet. Von der zentralen Lage des Hotels war hier jedenfalls nicht viel zu sehen. Lautlos fluchend ging Nadja zurück in die Station und sah sich erneut den Plan an. Das Netz war riesig und unübersichtlich. Konzentriert schaute Nadja auf die Strecken, die teilweise die gleichen Farben hatten. In Gedanken verwünschte sie die Tatsache, das sie Mary einfach hinterher gedackelt war, statt sich selbst zu konzentrieren. Doch dafür war es nun zu spät.

Station für Station suchte sie den Plan ab um einen Namen zu finden, den sie wieder erkannte. Doch eine wie der andere klagen fremdartig und ungewohnt. Bei einer kurzen Serie von drei Stationen war sie sich nicht ganz sicher, ob sie die Namen nicht auf dem Hinweg gehört hatte, während sie gefahren waren, doch auch das war nur ein schwacher Hinweis. "Verdammt!", zischte sie immer wieder vor sich hin. Die Situation war ihr extrem zuwider. Sie beschloss felsenfest, sich nie wieder auf ihr Handy zu verlassen und sich wenigstens den Namen des Hotels irgendwo zu notieren.


Mary stieg in die nächste Bahn. Nadja war auf dem Bahnsteig nicht zu finden gewesen. Vermutlich war sie einfach ins Hotel vorgefahren. Das war wahrscheinlich auch das Einfachste. Sich hier im Gedränge der Tokioter U-Bahn wieder zu finden, war so gut wie aussichtslos.

Wenig später war Mary am Hotel angekommen und stürmte in Richtung des Zimmers, doch fand sie es verschlossen vor. "Scheiße!", sagte sie und ließ sich aufs Bett fallen. Seufzend schloss sie ihr Handy an das Ladegerät an. Mit einem Piepsen erwachte es wieder zum Leben. Doch Nadja würde sich nicht melden können. Nadjas Handy trug sie in der Tasche.

Kommentare:

  1. Nadja muss eine Telefonzelle finden und sich selber anrufen!!

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man in so einer Situation nicht klar denken kann. Diese Situation ist mein persönlicher Alptraum: Verlaufen/ Verfahren in fremden Gefilden.

    Nadja: ruihig bleiben, du schaffst das schon.

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  2. Wahrscheinlich hat Nadja gar kein heimisches Kleingeld für eine Telefonzelle in der Tasche. Zur Not kann sie sich immer noch erinnern, auf welchem Tower sie gewesen ist, den auf dem Stadtplan suchen und von dort aus den Weg dorthin recherchieren. So findet sie am einfachsten eine Station oder einen Straßennamen in der Nähe des Hotels. Oder zurück zum Hauptbahnhof, wo sie angekommen sind. Heutzutage kann man sich kaum so übel verlaufen, dass man nicht wieder zurückfindet. Ist nur eine Frage der Zeit. Also keine Panik, Nadja...
    Hoffe ich...

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