Dienstag, 3. September 2013

Ein bisschen Englisch

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Wieder rollten sie mit einem Schnellzug durch die Lande und die Landschaft zischte nur so an ihnen vorbei. "Langsame Züge hatten auch irgendwie was.", stellte Nadja beim Blick nach draußen fest, der oft von Lärmschutzwänden versperrt war. Auch wenn es mal ein Panorama zu betrachten gab, so war es doch aufgrund der Geschwindigkeit meist genauso schnell wieder verschwunden.

"Wenn du lieber länger fahren würdest.", feixte Mary und knuffte ihre Freundin in die Seite. "Nöööö.", grinste Nadja langgezogen. Schon hier im Zug hörte sie von den ersten Fahrgästen ein paar Worte Deutsch und ging in Gedanken, wie lang es wohl her war, dass sie intensiv deutsch gesprochen hatte. Aus Jux sprach sie selten mit ihrer Mutter Deutsch, doch meist nur wenige Sätze, keine langen Unterhaltungen. Der letzte intensivere Einsatz war wohl beim Prozess gegen Boris gewesen. Sie schauderte kurz. Aber an den Sätzen die sie in den Unterhaltungen anderer Reisender verstand, merkte sie, dass es wohl noch nicht eingerostet war.

"Hast du im Deutschen eigentlich einen Akzent?", fragte Mary plötzlich unvermittelt. Nadja zog die Augenbrauen zusammen. "Wie kommst du jetzt darauf?"
"Ich habe nur nachgedacht wie es wohl wäre in einem Land mal nicht als Touristinnen aufzufallen."
"Mit den beiden Huckepackgiganten, die wir da rumschleppen, wird sich das wohl kaum vermeiden lassen?"
"Die haben wir ja nicht immer dabei", gab Mary genervt zurück, "Hast du also nun?"
"Ich muss gestehen, dass ich das gar nicht weiß. Aber in Deutschland bin ich nie gefragt worden, ob ich aus Osteuropa komme. In Seattle will das ständig jemand wissen. Ob das nun daran liegt, dass die Amerikaner da neugieriger sind oder, dass ich im Deutschen keine Akzent habe, weiß ich einfach nicht. Meine Mutter hat keinen. Und von ihr habe ich es gelernt."
"Ich bin gespannt.", sagte Mary aufgeregt.

Nach nicht einmal zwei Stunden Fahrt rollte der Zug in den Kölner Hauptbahnhof. Mary starrte aus dem Türfenster. "Der ist ja viel größer als ich dachte.", gab sie zu und deutete auf den Dom. Es war früher Abend geworden und auch in Köln herrschte sommerliches Wetter. Die sinkende Sonne tauchte den Dom in ein warmes Licht. "Erst Rucksäcke wegbringen und einchecken. Dann können wir meinetwegen noch zum Dom.", sagte Nadja fest.

Sie stiegen aus dem Zug und gingen durch den Bahnhof. "Ich muss erst mal gucken, wo es zum Hotel geht. Ich glaube wir müssen noch die U-Bahn nehmen.", erklärte Mary und zückte ihr Handy. Nadja stand etwas ungeduldig daneben. Sie hatte langsam mehr als genug vom Rucksacktragen und hatte sich schon mehr als einmal gewünscht, sie hätten doch klassische Rollkoffer benutzt. Auch wenn die vermutlich nu andere Probleme verursacht hätten. "Zwei Stationen mit der U-Bahn.", erklärte Mary und schaute auf die Beschilderung. Dann folgten sie den Wegweisern.

"Na toll im Land dessen Sprache du beherrschst sprechen die Automaten auch Englisch.", stellte Mary frustriert fest, als sie die Fahrkarten gekauft hatten. "Ich hatte dir doch gesagt hier spricht jeder ein bisschen Englisch. Und das gilt auch für Automaten.", feixte Nadja zurück. Bisher hatte Mary die Reiseleitung souverän übernommen. Doch hier in Deutschland war es für Nadja das Heimspiel und sie hatte die meisten Pläne gemacht.

Kommentare:

  1. Wie Heimspiel? Weil Nadja deutsch spricht? Schließliche hat sie außer Kellern und Puffs wenig von Deutschland gesehen. Wenig genug, um mit Mary auf Augenhöhe zu sein, was das Wissen über Deutschland betrifft. Vermutlich also doch wegen der Sprache.

    Und wohin nun? Und was abends tun?

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  2. wenn sie mit ihrer mutter des öfteren deutsch gesprochen at wird sie bestimmmt auch mal in deutschland gewesen sein (außer dem puff).

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