Montag, 25. Januar 2010

Die Insel

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja
Nadja atmete auf. Aufgeregt war sie gewesen wegen der Landung. Das kurze Holpern hatte sie die Luft anhalten lassen. Aber nun stand das Flugzeug ja. Doch ihr wurde bewusst, dass dies bedeutete, dass die Reise zu Ende war. Aussteigen war angesagt. Tom stand auf. Nadja schaute unsicher. "Na was ist? Willst du im Flugzeug bleiben?" Er grinste sie amüsiert an.

Dann stand sie ebenfalls auf. "Was passiert nun?", fragte sie wieder schüchtern. Tom ging mit ihr zu der kleinen Türe und begann sie zu öffnen. "Nun. Ich bringe dich in dein neues Quartier. Es wird dir hoffentlich gefallen." Nadja nickte und dann grinste sie sogar: "Solange es kein feuchter Keller ist!" Sie hielt wieder den Atem an. War das zuviel gewesen? Hatte sie das Recht so etwas zu fordern? Aber Tom lachte entspannt: "Auf Arramoa gibt’s nur einen Keller unterm Hauptgebäude. Und da wird alter Krempel gelagert. Hier auf Arramoa haben alle Zimmer Fenster!"

Das lies Nadja aufatmen und sie entspannte sich tatsächlich etwas. Die Türe klappte auf und schwang nach unten. Die Treppe fuhr aus und gab den Ausstieg frei. In dem Augenblick schlug ein glutheißer Schwall Luft ins Flugzeug. Nadja stockte kurz der Atem: "Das ist heiß!", entfuhr es ihr.

"Oh ja!", bestätigte Tom "Wir sind hier nah am Äquator. Hier ist es immer schön warm. Das ganze Jahr." Nadja schoss es durch den Kopf, dass sie doch davon immer geträumt hatte. Die langen, nassen und kalten Herbst- und Winterzeiten in ihrer Heimat hatten ihr nie gefallen. Sie wollte die Sonne. Und nun stand sie auf einer Insel, wo das ganze Jahr Sommer war? Immer noch wirkte das alles vollkommen unreal.

Tom deutete auf die Tüten, die in einem Staufach am Eingang abgelegt waren. "Möchtest du sie selbst tragen oder soll ich dir eine abnehmen?", bot Tom an. Zur Antwort nahm Nadja die Tüten in eine Hand. Mit der anderen fixierte sie ihren Hosenbund, der im Stehen schon wieder zu rutschen begann. Das Adrenalin schoss durch ihre Adern. Tom ging die Treppe herunter und sie folgte ihm. Außerhalb des Flugzeugs wehte ein laues Lüftchen, dass die Hitze erträglicher machte. Gern hätte Nadja ihren Pullover ausgezogen. Aber sie wagte nicht das fleckige Shirt, dass darunter lag zu offenbaren.

Sie schaute sich um. Sie standen auf einem kleinen Abstellfeld seitlich der Landebahn, die sich Richtung Meer zog. Die Luft schmeckte salzig. Das leise Rauschen der Brandung war zu hören. Die Triebwerke waren abgeschaltet. Es war ganz still. Das Flugfeld war komplett eingezäunt. Allerdings wohl offensichtlich nur gegen versehentliches Betreten. Ein hüfthoher Jägerzaum umgab es auf der ganzen Länge. Niemand könnte dieser Zaun ernsthaft zurückhalten. Links von ihnen lagen zwei ziemlich große Hangars. Zwei kleinere Maschinen standen in dem einen. Die Tore waren offen. Vor ihnen lag ein kleines Gebäude. Es war dreistöckig. Aber im mittleren Stockwerk waren keine Fenster. Oben schien ein kleiner Tower untergebracht zu sein. Im Erdgeschoss war hinter einer Glasfront ein kleiner Wartebereich eingerichtet.

Aber niemand war zu sehen. Nicht oben im Tower. Nicht an den Hangars. Nicht im Wartebereich. Nur die Piloten winkten ihnen durch die Frontscheiben noch hinterher. Das ganze Flugfeld war außerhalb des Zaunes umgeben von Bäumen. Hohe Palmen und Laubbäume und ein dichtes Unterholz. Alles Pflanzen die Nadja noch nie zuvor gesehen hatte. Tom weckte sie aus ihrer staunenden Lethargie: "Na? wollen wir nicht Mal von diesem brütend heißen Flugfeld runter? Im Wald ist es viel angenehmer." "Äh klar.", stammelte Nadja und folgte ihm in Richtung des kleinen Gebäudes. Immer noch sah sie sich um. Die traumhafte Umgebung half ihr nicht grade all das zu begreifen, was um sie geschah.

Kommentare:

  1. Wow, da würd ich auch gern mal hin, um Urlaub zu machen. Das klingt wirklich sehr schön. Ich hoffe das Nadja dort keine böse Überraschung erlebt.

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  2. Also ICH würde da SOFORT hinziehen! *grins und auf mehr hoff*

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