Dienstag, 31. August 2010

Idee

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Das Schuljahr verlief glänzend für Nadja. Sie kniete sich mit Elan in alle Schulaufgaben und das mit Erfolg. Sie hielt selbst in dieser Eliteschule Schritt mit allen anderen. Und nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten waren ihre Tests wieder alle gut benotet.

Auch mit den Freundinnen und Mitschülern lief es für sie gut. Sie wurde auf Partys eingeladen und stets beneidet, wenn herauskam, dass Joe ihr kein Limit für die Heimkehr setzte. Einzig das völlige Fehlen von Interesse an Jungs wurde von anderen etwas merkwürdig aufgenommen. Und Ashley hatte sie sogar mal in einer ruhigen Sekunde unter vier Augen gefragt, ob sie lesbisch sei.

Nadja hatte gezuckt und für einen Augenblick überlegt, ob sie mit einem "Ja" als Antwort wohl die lästigen Fragen loswerden könnte, den Plan aber schnell wieder verworfen. Doch so langsam wurde auch dieses Thema uninteressant und sie galt eben als Mauerblümchen, was ihr aber auch lästige Anmachen größtenteils vom Leib hielt.

Der Winter hielt nach und nach Einzug über Seattle und langsam wurde die erste Weihnachtsdekoration aufgehängt. Und so langsam wurde Nadja klar, dass sie wieder ein Weihnachtsfest ohne ihre Familie verbringen würde. Doch diesmal waren die Vorraussetzungen andere. Sie wollte einen Überraschungsbesuch bei ihrer Mama machen. Dazu brauchte sie nur noch die Erlaubnis von Joe in den Weihnachtsferien nach Kiew zu fliegen. Beim Abendessen sprach sie ihn drauf an.

"Ich muss dich was fragen.", begann sie etwas feierlich, nachdem sie ihr Gespräch über den Tag beendet hatten. "Na dann frag doch." Joe löffelte von seinem Dessert und sah sie fragend an. Nadja druckste kurz herum. "Ich möchte Weihnachten meine Mama sehen. Und auch meine Geschwister.", platzte sie dann heraus. Joe nickte. Er hatte sich längst Gedanken darüber gemacht und hätte sie ohnehin in den nächsten Tagen darauf angesprochen. "Das ist doch eine tolle Idee!", bestätigte er erst mal. "Wie hast du dir das gedacht?"

"Ich würde gerne hinfliegen und sie alle überraschen.", gab sie dann etwas bedrückt zu. Unsicher, wie er darauf reagieren würde, sah sie ihn an. Joe nickte bedächtig und strich sich über das Kinn. "Ehrlich gesagt, halte ich das für keine besonders gute Idee." Nadjas Mundwinkel rutschten nach unten und sie sah ihn traurig an. "Warum nicht?" "Weil ich grundsätzlich nicht gut finde, dass du noch mal in die Ukraine einreist, bevor du volljährig bist. Dein Vater ist eben immer noch dein Vater."

Traurig nickte Nadja. "Aber ich will sie so gern wiedersehen.", meinte sie geknickt. "Ich hab eine andere Idee.", munterte Joe sie auf.

Kommentare:

  1. Hab mich schon gefragt, wann die Sehnsucht nach der Familie einsetzt. Wäre auch ziemlich seltsam, da mit einem Privatjet einzufliegen.

    Wer hat denn das Sorgerecht für Nadja? Vater und Mutter? Das wäre saublöd! Dann kann sie wirklich nicht dahin.

    AntwortenLöschen
  2. Aber Mama kann mal nach Seattle :P

    AntwortenLöschen

Bitte beim Kommentieren höflich bleiben. Es gibt hier die Möglichkeit Anonym zu kommentieren, aber denke bitte kurz nach ob du das wirklich möchtest. Unterzeichne deinen Kommentar doch mit einem Pseudonym oder deinen Initialen, dass man weiß, welche Kommentare alle von dir sind. Oder noch besser, du nutzt nicht die Auswahl "Anonym" sondern "Name/URL" und lässt das Feld für die URL einfach frei. Dann wird dein Kommentar mit deinem selbst gewählten Namen angezeigt.

Vielen Dank.