Samstag, 21. August 2010

Bestandsaufnahme

Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Für eine Inhaltsübersicht zu bisherigen Inhalten schaut doch bitte hier: Übersicht Nadja

Geoffrey half Nadja aus dem Wagen zu klettern und brachte sie in ihr Zimmer. Sie war völlig emotionslos. Zum Weinen war sie zu geschockt. Sie warf noch einen letzten Blick auf das Schlachtfeld, das sie angerichtet hatte, dann ließ sie sich von Geoffrey brav wegführen.

"Ich werde mich darum kümmern.", sagte er nur ruhig und schloss die Türe zu Nadjas Zimmer. Außer einem offensichtlichen Schock hatte sie nichts erlitten. Verletzungen hatte sie keine und auch den Kopf konnte sie nach Geoffreys Vorgaben normal und nahezu schmerzfrei bewegen. Dennoch wies er Maricruz an, später noch einmal unter einem Vorwand nach ihr zu sehen.

Wenig später stand er wieder im Keller vor den Trümmern. Als erstes versuchte er den Golf aus seiner misslichen Lage zu befreien. Tatsächlich ließ er sich noch starten und mit eierndem Vorderrad auf seinen Parkplatz stellen. Auch das Motorrad wurde wieder aufgestellt und Geoffrey fing an den Schaden zu begutachten und sich kleine Notizen zu machen.

Wenn Master Joe oder die Werkstatt Fragen haben sollten, wollte er sie vernünftig beantworten können. Der Golf hatte einen deutlich verbeulten Kotflügel und einen kleinen Knick in der Motorhaube. Der Scheinwerfer auf der Fahrerseite war zertrümmert und offensichtlich war etwas an der Achsaufhängung verbogen, so sehr wie der Wagen eben geschwankt hatte.

Am Motorrad waren nur ein paar Anbauteile abgebrochen. Das war der geringste Schaden. Der Sportwagen hatte auf der Seite, wo der Golf ihn getroffen hatte eine ziemlich hässliche dicke Beule in der Türe und auf der anderen Seite, mit der er das Motorrad umgeworfen hatte, einige Kratzer und einen zertrümmerten Aussenspiegel.

Die größere Katastrophe aber, nach Geoffreys Schadensaufnahme, war der Schaden am Rolltor. Die gesamte linke Führung war aus ihrer Verankerung gerissen. So würde man das Tor vorläufig nicht schließen können. Wieder oben angekommen überlegte er, was zu tun sei. Das Tor müsste auf jeden Fall repariert werden. Am besten noch heute. Die Wagen, wollte sich Master Joe sicherlich selbst vorher ansehen. Er würde den Abschleppdienst für heute Abend bestellen.

Er kramte die Nummer der Handwerker heraus und versuchte sie zu überzeugen, wenigstens für eine Notreparatur des Tors noch vorbei zu kommen. Danach rief er die Werkstatt an, in der Joe alle Reparaturen und Wartungen machen ließ und bestellte sie mit zwei Abschleppwagen ein. "Wird ein Ersatzwagen gebraucht? Oder sogar zwei?", wollte man dort dann von Geoffrey wissen.

Der überlegte hin und her aber dann entschied er sich, es nicht zu entscheiden: "Das sage ich Ihnen nachher noch." Damit legte er auf. Nadja war noch nicht wieder aus ihrem Zimmer gekommen. Es gab auch keinen Grund sie dort herauszuholen. Sie würde es Master Joe so oder so erzählen müssen.

Für einen Augenblick hatte er erwogen das nette Mädchen aus der Verantwortung zu nehmen und Joe zu erzählen es sei sein Fehler gewesen. Aber das würde ihn sicherlich nahezu seinen gesamten Vertrauensvorrat bei Joe kosten. Wenn nicht sogar seinen Job. Und für einen Butler von Welt war so ein katastrophaler Fehler ohnehin nicht tragbar. Er wischte den Gedanken bei Seite. Aber dennoch graute ihm vor Joes Rückkehr.

Joe war nicht launisch oder cholerisch, wie frühere seiner Arbeitgeber. Aber es gab nur zwei Dinge die er als heilig betrachtete. Die Computer in seinem Arbeitszimmer und alles, was er als sein Spielzeug betrachtete und zuweilen auch so bezeichnete. Und der Sportwagen und das Motorrad fielen ganz eindeutig in die zweite Kategorie. Zumindest würde das kein angenehmer Abend werden. Da war Geoffrey sich sicher.

Kommentare:

  1. Oh oh.. du lässt uns genauso hängen wie Nadja gerade warten muss! Das ist fies! WIR waren brav!!!

    Menno...

    Ganz schöner Schaden. Mir graut auch vor Joes Rückkehr.

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  2. Naja, wenn ein Spielzeug das andere kaputtmacht....

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